365 glückliche Tage

Was will ICH wirklich?

Wann haben Sie das letzte Mal darüber nachgedacht, was Sie selbst (nur Sie!) wirklich wollen? Welche Entscheidungen Sie treffen würden, wenn sich niemand einmischen würde und Sie auf niemanden Rücksichten nehmen müssten, oder auch einfach nur wollten.

Natürlich ist ein gewisses Maß an Rücksicht in jeder Form von Beziehung (privat, wie beruflich) wichtig und widerspiegelt auch ein hohes Maß an gegenseitiger Wertschätzung wieder. Trotzdem… Ein bisschen Egoist darf jeder von uns sein. Als Psychologin sage ich sogar, dass das jeder von uns sein muss! Ganz ohne gesunden Egoismus neigen wir zur Selbstaufgabe. Und bitte, wer will sich selbst aufgeben?

Mal einfach ein paar Tage alleine wegfahren, oder sich nur einen Nachmittag frei nehmen von allem, eine Familienfeier schwänzten, nicht selber kochen, sondern den Sushi-Lieferanten anrufen, dem Ehemann nicht immer nachgeben, sondern mal die eigene Idee verteidigen und durchsetzen, mal ganz alleine wandern gehen und die Natur genießen, etc….

Es gibt unzählige Dinge die man einmal für sich selbst tun kann.

Wir, wobei ich damit mehr uns Frauen meine, neigen gerne dazu im Endeffekt doch lieber das zu tun, was sich andere von uns wünschen, oder es sogar erwarten, anstatt mal wieder darüber nachzudenken, was wir selbst wirklich wollen.

Viele Dinge in unserem Leben haben sich still und heimlich eingeschlichen und wurden plötzlich Routine. Wir funktionieren einfach – ohne jemals wieder darüber nachzudenken, ob wir das wirklich wollen und ob es uns auch wirklich Spaß macht.

Ich war zum Beispiel die gesamte Zeit meiner Beziehung und später meiner Ehe diejenige die für den Einkauf zuständig war, weil mein Exmann die Meinung vertreten hat, keine Supermärkte zu mögen und sie deshalb auch nicht zu betreten. Zu meiner Verteidigung muss ich an dieser Stelle festhalten, dass ich erst 24 Jahre alt war, als wir uns kennen gelernt haben. Auf jeden Fall hat sich das so eingebürgert – auch, als ich dann begann nebenberuflich zu studieren und neben meiner Arbeit so gut wie jeden Freitag (bis 22.00h) und Samstag (bis 17.00h) auf der Uni verbrachte. Was bedeutete am Samstag im Anschluss an die Lehrveranstaltung noch in den Metro Großmarkt zu fahren, da damals noch alle Lebensmittelgeschäfte um 17.00h zusperrten. Eben bis auf diese Ausnahme – die aber zudem am komplett anderen Ende der Stadt lag…

Bis heute kann ich mich in diesem Zusammenhang an den sehr weisen Satz meiner Großmutter erinnern: „ Wie man es sich richtet, so bleibt es…“. In diesem Fall geht der Punkt ganz klar an meinen Exmann – ich habe bis zum letzten Tag unserer Ehe eingekauft. Die Tatsache, dass seine neue Frau ihn in den Supermarkt schickt, ist denke ich selbsterklärend – sei an dieser Stelle nur der Formhalbe erwähnt.

Wer aber behauptet, dass alles im Leben immer gleich bleiben muss? Veränderungen versüßen den Alltag und tun ganz nebenbei auch unseren Gehirnzellen gut – weil wir raus kommen aus unserem Alltagstrott. Selbst, wenn wir nur einmal die Erfahrung machen, wie es am Samstag um 17.00h in Supermärkten zugeht.

Durchbrechen Sie doch einfach einmal den Bann der Routine und probieren Sie neue Dinge aus. Nehmen Sie sich zum Beispiel regelmäßig am Samstagvormittag frei und  gehen alleine auf einen Café. Ich persönlich nehme mir dazu auch immer noch eine ganz gemütliche Frauenzeitschrift mit (wie Vital, Donna, Freundin, o.ä.) bestelle mir eine große Tasse Café latte (Tasse ist hier wichtig, weil man mit der viel schöner kuscheln kann, als mit einem Glas) und genieße das hier und jetzt. Nur mit mir! Auch ohne Telefon (das liegt währenddessen im Flugmodus in der Handtasche). Anschließend kaufe ich mir dann noch einen schönen Blumenstrauß und freue mich auf den Rest des Wochenendes.

Das mit dem Blumenstrauß hat ganz einfach die Bewandtnis, dass ich es liebe am Wochenende frische Blumen zu Hause zu haben, ich aber mit Sicherheit nicht darauf warte, welche geschenkt zu bekommen und dann vielleicht ein Wochenende ohne Blumen verbringen zu müssen und mich jedes Mal ärgere, wenn ich an die Stelle schaue, wo sie jetzt eigentlich stehen müssten. Gegebenenfalls habe ich lieber zwei Sträuße….

Schreiben Sie sich doch einfach mal eine Liste, was Sie am nächsten Wochenende für sich selbst vorhaben – was SIE wirklich tun wollen:

 

 

Das ist der erste (aber schon sehr große) Schritt in Ihre eigene Wirklichkeit  und Freiheit – nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für sich, tun Sie ab jetzt einfach manchmal was Sie wirklich wollen und Sie werden sehen, dass Sie dann auch in Situationen, in denen Sie dann auch mal nicht tun, was Sie wollen, viel entspannter und besser aufgelegt sein werden. Insgesamt einfach glücklicher…

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen Ihre,

Dr. Sabine Schneider