Glücklicher Leben

Wann darf ich mit mir zufrieden sein?

Vielleicht kennen Sie das auch, das Gefühl von immer „mehr wollen“. Mehr Leistung bringen wollen, beruflich noch erfolgreicher sein wollen, permanent erreichbar zu sein und immer zu glauben, da muss doch noch mehr gehen. Im Job ebenso wie privat.

Viele meiner Klienten und Patienten sind mittlerweile so gut wie 24/7 erreichbar. Ganz egal ob sie auf Urlaub sind, mit der Familie beim Grillen, oder mit Freunden beim Sport. Der regelmäßige Blick auf’s Handy bleibt nicht aus. Aber warum? Was passiert denn, wenn wir einfach einmal nicht erreichbar sind? Bleibt die Welt dann stehen, geht unser Arbeitgeber in Konkurs, übernimmt Brain (von Pinky and Brain) dann endgültig die Weltherrschaft, oder passiert im Endeffekt einfach nichts?

Natürlich hat jeder von uns Verpflichtungen, denen wir auch nachkommen müssen. Das steht außer jeder Frage. Aber 24 Stunden täglich? Wie lange soll das gut gehen? So geben wir uns selbst ja überhaupt keine Möglichkeit mehr abzuschalten und neue Energie zu tanken. Die wir aber brauchen, um auch leistungsstark und lösungsorientiert zu bleiben.

Es gibt Tage an denen fühlt man sich wie ein Hamster im Rad. Nur, dass der Hamster genügend Intuition hat auch mal aus dem Rad auszusteigen um zu essen und zu trinken. Darauf vergessen wir leider sehr oft, wenn wir im Stress sind. Oder, wir stopfen irgendetwas in uns hinein, ohne es richtig zu kauen. Von genießen spreche ich an dieser Stelle erst gar nicht.

Und genau in diesem Alltagstrott vergessen wir dann einfach darauf auch einmal mit uns zufrieden zu sein. Wir leben mittlerweile in einer Kultur, in der alles nie genug ist. Auch uns selbst nicht. Ich nehme mich hierbei auch nicht aus. Ganz im Gegenteil! Wenn ich nicht auf mich aufpasse und mir immer wieder einmal Zeit zum Reflektieren nehme und ganz besonders auch dafür, einmal zu schauen, was ich die letzten Tage alles gemacht habe, geht es immer weiter und es gibt kein Gefühl der Zufriedenheit und Selbstbestätigung für das Geleistete.

Es ist also enorm wichtig, für sich selbst zu definieren, ab wann man mit der eigenen Leistung zufrieden ist. Sonst vergisst man nämlich irgendwann überhaupt mit sich zufrieden zu sein. Und das würde uns nicht nur unsere Lebensqualität nehmen, sondern auch den ganzen Spaß an unserer Arbeit. Was uns notfalls sogar so angreifbar macht, dass es ein passieren kann langsam aber sicher in ein Burnout zu rutschen. Und das zahlt sich doch ganz bestimmt nicht aus! Also überlegen Sie doch bitte auch einmal ganz in Ruhe, ab wann Sie mit sich zufrieden sein wollen. Und was Sie dann machen, um die Zufriedenheit auch richtig zu genießen und Kraft zu tanken für neue Aufgaben.