Glücklicher Leben

Sich selbst lieben (lernen)

Selbstliebe… ist in Wirklichkeit doch die wichtigste Voraussetzung für einen achtsamen Umgang mit sich selbst. Aber, wer von uns kann das heute noch? Wer achtet tatsächlich noch auf die ganz eigenen Bedürfnisse der eigenen Seele und des eigenen Körpers?

Im Endeffekt ist es doch eher so, dass wir alle gelernt haben zu funktionieren. Und jeden Tag wieder pflichtbewusst unseren Aufgaben nachzukommen. Deshalb gibt es heute auch von Jahr zu Jahr noch mehr Burnout-Fälle. Oftmals sogar gepaart mit anderen, chronischen, Krankheitsbildern. Nämlich weil wir verlernt haben auf unsere eigene Stimme zu hören. Und ganz besonders, weil wir verlernt haben uns selbst zu lieben.

Ich selbst habe nun vor einiger Zeit begonnen das wieder vermehrt zu üben. Auch, wenn es oft richtig schwer ist…, bleibe ich dran. Die Folge dieses „Selbstliebe“-Prozesses ist mithin nämlich (leider) auch sehr oft verbunden dem Setzen neuer Prioritäten und dem Loslassen alter Muster. 

Auch, besser gesagt ganz besonders,  meinen inneren Dialog muss ich ständig neu überdenken und lernen fürsorglicher mit mir umzugehen. Das ist echt anstrengend!

Seitdem ich damit begonnen habe fällt mir erst auf wie viele Verhaltensmuster und Schematas sich schon in meinen Alltag eingeschlichen haben und diesen ganz heimlich für mich steuern. Furchtbar :o) ….

Im Schemacoaching, einem Ansatz mit dem ich auch in meiner Praxis sehr gerne arbeite, wird das besonders deutlich. Hier gibt es beispielsweise ein sogenanntes „dysfunktionales Eltern-Ich“. In diesem Schemata befinden wir uns immer dann, wenn wir sehr streng zu uns selbst sind.

Und darin bin ich echt gut. Ich bin strenger zu mir selbst als es jemand anderes jemals sein könnte. Dann würde ich nämlich einfach aufstehen und gehen.

Aber, wie sollte ich vor mir selbst davonlaufen…?

Da gibt es nur eine einzige Lösung… Ich muss lernen so mit mir umzugehen, dass ich erst gar nicht mehr vor mir selbst weglaufen möchte.

All‘ unsere Schematas in unserem Leben sind entweder anerzogen, oder anders in unserer Kindheit entstanden. Und zwar immer dann, wenn unsere Grundbedürfnisse nicht erfüllt worden sind. Hätten wir uns früher also beispielsweise mehr Nähe gewünscht als wir sie bekommen haben gibt es bei Erwachsenen dann oftmals zwei Strategien / Schematas damit umzugehen. Die Einen suchen immer gaaaanz besonders viel Nähe und Zuwendung von außen. Die Anderen lassen beides erst gar nicht zu um nicht mehr enttäuscht werden zu können, wenn die Nähe zu anderen Menschen dann im schlimmsten Fall doch wieder wegfällt. Und bleiben einfach alleine.

Das ist jetzt eine sehr einfache und pragmatische Beschreibung zweier Schematas. Nur um ein bisschen aufzuzeigen was diese eigentlich bedeuten und wie sie sich auch auf unsere Gedanken und Verhaltensweisen auswirken können.

Jetzt aber zurück zur „Selbstliebe“. Um unseren eigenen Bedürfnissen rund um Liebe, Nähe und Geborgenheit nun auch wirklich nachkommen zu können müssen wir im ersten Schritt einmal  zurückreisen in unsere Kindheit. Und uns zu Beginn einmal bewusst machen welche individuellen Bedürfnisse wir überhaupt haben.

Was haben Sie sich als Kind gewünscht? 

Wann und in welchen Situationen haben Sie sich voll und ganz geliebt gefühlt? 

Wie haben Sie diese Gegebenheiten in Ihrem Kopf bis heute in soooo schöner Erinnerung, dass Sie sich wünschen würden sofort wieder in diese Situation zurückreisen zu können und diese Geborgenheit noch einmal erleben und spüren zu dürfen?

Hören Sie ganz tief in sich hinein. Was bedeutet für Sie Liebe und Geborgenheit? 

Und wie können Sie sich das nun selbst entgegenbringen? 

Was wünscht sich Ihr inneres Kind um sich in Ihrem ganz eigenen Körper und in Ihrer eigenen Seele (wieder) wohlzufühlen?

Schreiben Sie sich alles, was Ihnen Ihre innere Stimme nun sagt, bitte genau auf und beginnen Sie noch heute damit diese Liste der „Ich hab‘ mich selbst lieb-Wünsche“ auch wirklich zu leben und umzusetzen.

Es wird Ihnen unendlich gut tun und Sie werden sich von Tag zu Tag selbst wieder ein Stückchen näher kommen.