Glücklicher Leben

Selbstachtsamkeit

Gestern war ich auf einem Workshop zum Thema „Achtsamkeit“ bei Otto Scharmer. Toll! Hier hatte ich wirklich Zeit auch selbst wieder einmal Zeit zu reflektieren, inne zu halten und meiner ganz individuellen Selbstachtsamkeit nachzuspüren. Zwei Kernaussagen haben mich dann noch sehr lange beschäftigt, respektive beschäftigen mich noch immer und werden das auch noch sehr lange tun.

Eine der Kernaussagen war, dass wir uns beruflich entscheiden sollten für welche Projekte wir uns entscheiden, da jedes Projekt Lebenszeit „verbraucht“ und wir mehr Spaß an unserer Arbeit und unserem Leben haben, wenn wir uns für die richtigen Projekte entscheiden – basierend auf großen Projekten, die wirklich mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Die zweite Kernaussage war „Du musst dir überlegen was dein nächster Schritt ist und diesen verinnerlichen und spüren“.
Ja… wenn das so einfach wäre, waren dann meine eigenen Gedanken dazu. Den nächsten Schritt tun… In welche Richtung und, ist das im Kontext mit der ersten Kernaussage, dann auch wirklich der richtige Schritt für meine eigene glückliche Zukunft?

Ich persönlich kam dann zu dem Entschluss erst einmal abzuwarten und mich mit dem nächsten Schritt wirklich ganz gezielt und in aller Ruhe auseinanderzusetzen. Im Sinne meiner Selbstachtsamkeit. Mir wurde gestern wieder einmal richtig bewusst wie fremdgesteuert ich oft bin. So sehr ich meinen Job liebe, habe ich über viele Schritte nie wirklich nachgedacht. Als selbständige Unternehmerin freue ich mich über jedes Proejkt und reflektiere meistens gar nicht was das für meine eigene Lebensqualität bedeutet. Wie viel ich auf Reisen sein werde, wo es mich überall hinverschlagen wird, in welchen Hotels ich übernachten werde – alles Ding, die mich in einem Projekt dann emotional manchmal einholen, weil ich merke, dass ich mir zu wenige Zeit für meine eigenen Bedürfnisse nehme und überhaupt nicht auf mich achte. Und dann mir selbst gegenüber auch oft richtig grantig werden kann. Weil ich eben zu wenig auf mich und mein eigenes Verlangen nach Ruhe und Geborgenheit aufpasse.

Ich für meinen Teil habe mir nach dem Workshop vorgenommen fortan auch wieder zu beginnen nachzudenken und emotional abzuwägen, was welcher Schritt und welche Entscheidung tatsächlich für mich und meine Lebensqualität bedeutet. Nicht auf finanzieller, sonders einzig und alleine auf emotionaler Ebene. Wie es mir damit gehen wird und ob noch genügend Platz für meine individuelle Selbstachtsamkeit bleibt.
Davon hängt, realistisch betrachtet, im Endeffekt ja auch mein ganzer weiterer beruflicher Erfolg ab. Denn nur wenn es mir auf lange Sicht gut geht, kann ich als Wirtschaftspsychologin auch für andere da sein. Und nur so kann ich meinem beruflichen Grundsatz „Nur was man gerne macht, macht man auch gut“ gerecht werden.

In diesem Sinne werde ich ab jetzt, wie es mir Otto gestern vorgeschlagen hat, zuerst immer in jeden nächsten (größeren) Schritt ganz intensiv und ohne zeitlichen Stress hineinfühlen bevor ich diesen dann auch wirklich gehe. Bis ans Ziel. Weil ich dann ja mit Sicherheit weiß, dass es mein nächster Schritt ist. Und nicht der von irgendjemand anders. Mein eigener!