Glücklicher Leben

Ruhe bewahren…

Heute habe ich ein Selbst-Experiment durchgeführt. Nämlich einmal zu versuchen – auch, wenn der fremdgesteuerte Stress immer größer wird – Ruhe zu bewahren.

Ich musste zum Flughafen Frankfurt und habe mich, wie jedes Mal wenn ich vorher noch einen Termin im Zentrum hatte, entschieden mit der S-Bahn zu fahren. Was normalerweise prima klappt. Normalerweise….

Heute ist bei der ersten S-Bahn am Display eine kleine unscheinbare Info eingeblendet worden, dass diese nicht, wie geplant, am Flughafen stehenbleiben wird, weil aufgrund technischer Schwierigkeiten die Route kurzfristig geändert wurde. Also habe ich erst einmal gewartet, bis die nächste S-Bahn (mit anderem Ziel aber auch via Flughafen) angezeigt wird. Was dann nach ca. 20 Minuten auch der Fall war – nach weiteren 5 Minuten wieder verbunden mit dem unauffälligen Einblenden einer Zusatzinfo.
Welche, was ich dann trotz meiner 7 Dioptrien irgendwann entziffern konnte, jedoch zum Glück nicht den Flughafen betraf.
Begleitet wurden meine langsam aufsteigenden Schweißausbrüche von einem netten kleinen Amerikaner der kein Deutsch spricht aber soooo gerne nach Hause in die USA wollte – und beschlossen hat mich zu beobachten, wie ich auf die Anzeigen reagiere und was ich mache… und sich diesem Verhalten dann anzuschließen.

Deshalb habe ich mich auch entschieden tatsächlich einmal zu versuchen Ruhe zu bewahren und nicht wie sonst oft in solchen Situationen die Uhr zu hypnotisieren mit dem Damokleschschwert der Boarding-Zeit im Nacken.

Und das war gut so. Sonst hätte mich bis zur Ankunft am Flughafen nämlich wahrscheinlich der Schlag getroffen. Und den kleinen Amerikaner auch – weil er ja alles so machen wollte wie ich.

Neben Sauerstoffmangel und Hitze in einer überfüllten S-Bahn haben wir dann nämlich minütlich weitere Verspätungen aufgebaut welche dann, durch eine neue Info, dass der Zug nun doch nicht am Flughafen halten wird, noch getoppt wurden.
Aber…. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Frankfurt hatten dann doch noch erbarmen mit dem kleinen Amerikaner und mir und ließen und schließlich am „Flugahafen Fernbahnhof“ aussteigen.

Was zwar einen Fußmarsch von 20 Minuten bedeutet… Aber… man kann diesen selbstbestimmt durchführen und tut zugleich etwas gegen die auftretende Thrombosegefahr, welche bei Frauen über 40, die beruflich viel sitzen, laut meinem Gynekologen nicht zu unterschätzen ist.
Also… selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen.
Und dem Amikeraner hat es auch gut getan – schließlich hat er einen Langstreckenflug vor sich…

Mittlerweile sitze ich nun bereits ganz in der Nähe meines Gates auf einen Cappuccino und bin stolz diesmal keinen Bluthochdruck entwickelt zu haben, sondern durch meinen Priority-Status jetzt sogar noch Zeit für einen Café zu haben.

Und die Moral aus der Geschichte… es geht anscheinend auch ohne Stress – der bis dato leider auch noch keine S-Bahn zum Fahren gebracht hat, sonst hätte ich wahrscheinlich auch schon enorme Jobangebote seitens des öffentlichen Verkehrsamtes in Frankfurt bekommen.