Glücklicher Leben

Meine eigene kleine Trostbox

Als Kinder, wenn wir traurig waren, wurden wir von unseren Eltern getröstet. Wir wurden in den Arm genommen, unsere Eltern haben uns versichert, dass alles nicht so schlimm sei und ganz bestimmt wieder in Ordnung käme. Wenn wir ein aufgeschlagenes Knie hatten, wurde dieses liebevoll desinfiziert und mit einem sanften darauf pusten und einem Pflaster wieder heile gemacht. Und es hat geholfen. Egal wie weh es zuerst getan hat, wenn dann jemand für uns da war, war der Schmerz gleich gar nicht mehr so schlimm.

Bei Kindern kann man auch wunderschön beobachten, dass sie sich, sobald sie sich wehgetan haben, sofort umschauen wo eine Bezugsperson ist und weinend mit erhobenen Händen auf diese zulaufen. Sie zeigen unmissverständlich, sich zu wünschen in den Arm genommen zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen.

Was machen wir aber als Erwachsene? Was machen wir, wenn uns jemand weh tut, oder wir uns verletzen? Wo laufen wir hin? Leider ist es doch oftmals so, dass wir gelernt haben als Erwachsene stark zu sein und für uns selbst zu sorgen, Wobei es oft so enorm wichtig wäre, jemanden zu haben. Jemanden der für einen da ist, einem in den Arm nimmt und wie früher sagt, dass bestimmt alles wieder gut wird.

Und selbst, wenn wir diese Rolle für uns direkt übernehmen. Auch dann ist es von unendlicher Wichtigkeit. Nämlich, dass wir für uns da sind und uns nicht von Glaubenssätzen wie „Ich muss stark sein“, „Ich schaffe das schon alleine“, „Für mich ist sowieso niemand da, das hat alles keine Sinn“ leiten lassen, sondern lernen Selbstfürsorge für uns zu übernehmen. Und dafür sollte jeder von uns eine eigene Trostbox parat haben.
Mit Dingen, die Sie ganz persönlich trösten und Ihnen richtig gut tun.

Beispielsweise ein schönes Schaumbad, Ihr Lieblings-Liebesroman, die Telefonnummer von Ihrem Lieblings-Italiener, eine Tafel Schokolade, einen Stoffhasen zum Kuscheln, was auch immer Sie sich wünschen. Und ganz besonders, was sich Ihr eigenes inneres Kind in diesem Moment wünscht.

Sie werden sehen, dann tut es gleich gar nicht mehr so weh. Wie früher. Sobald sich jemand um uns kümmert und Trost spendet, sind die Schmerzen nicht mehr so schlimm wie am Anfang. Und in Wirklichkeit ist es doch eigentlich egal, wer Ihr verletztes Kinder-Ich tröstet. Ob jemand von außen oder Ihr ganz persönliches fürsorgliches Eltern-Ich. Das einzig wirklich wichtige ist, dass Sie, wenn Sie traurig sind, getröstet werden! Und wer weiß so genau, was Sie sich wünschen, wie Sie selbst. Also nutzen Sie Ihr fürsorgliches Eltern-Ich und seien Sie nicht zu stark! Denn erst unsere Schwächen machen uns so richtig liebenswert.