Glücklicher Leben

Mein größter Stressfaktor? Das bin ich selbst…

Das muss ich ganz ehrlich zugeben. Mich kann nichts und niemand so sehr stressen wie ich das selbst kann.

Sei es, dass ich Mails sofort nach dem Erhalt beantworten will – eigentlich am liebsten noch bevor ich es überhaupt erhalte…. – sei es jemanden zurückrufen zu müssen, auf den Zug, oder einen Flug zu warten. Oder auch einfach nur auf eine grüne Ampel. Alles emotionale Herausforderungen für mein Gemüt.

Obwohl ich übe. Und mir wirklich Mühe gebe (ehrlich!) holt mich meine eigene Ungeduld immer wieder ein.

Es stresst mich sogar wenn ich vor einer großen Tasse schönem Milchkaffe sitze und der zu schnell auskühlt. Ich mag Kaffee nämlich nur wenn er wirklich heiß ist – trotzdem trinke ich ihn gerne langsam… Ein System das sich selbst beißt, ich weiß…

Früher habe ich es dann immer wieder einmal mit Atemübungen versucht. Was aber leider eher dazu geführt hat, dass meine Umwelt sich Sorgen machte, dass ich vielleicht an Asthma leiden könnte – anstatt, dass ich mich dabei wirklich richtig entspannt hätte.

Irgendwann habe ich dann darüber nachgedacht was mich eigentlich mehr stresst. Der Stress an sich, oder, dass ich glaube als Psychologin eine gute Vorbildfunktion haben zu müssen und mich deshalb selbst gar nicht so stressen darf.
Mein Resümee…. Der Stress an sich gehört ganz einfach zu mir und meiner Persönlichkeit. Das ist typologisch betrachtet nun mal so. Mein größter Stressfaktor bin demnach ich selbst, nämlich jedes Mal wenn ich glaube nicht so sein zu dürfen wie ich nun mal eben bin.

So habe ich mir vorgenommen ab jetzt in meinen Lieblings-Kaffeehäusern keinen Stress mehr zu haben die Mitarbeiter zu bitten mir meine große Tasse Kaffee zwischendurch noch einmal aufzuwärmen, oder bei einer Ampel eben mal genervt zu sein, wenn sie mir wieder viel zu lange rot ist. Das ist eben so… Es würde mich nämlich viel mehr stressen mich nicht mehr stressen zu dürfen.

Deshalb bleib ich jetzt einfach so wie ich bin. Mit allen Stressoren die man, ganz positiv gesehen, vielleicht sogar Temperament nennen kann. Es ist doch immer alles nur eine Frage der Betrachtung, oder :o) …