365 glückliche Tage

Man muss sich erst um sich selbst kümmern…

…bevor man sich um andere kümmern kann…
Ein Grundsatz der jedem von uns absolut bewusst ist.

Als ich diese Überschrift gelesen habe musste ich mit mir selber lachen und dachte mir unterbewusst: „Stimmt…. (eigentlich…).“

Natürlich stimmt es, dass wir uns um andere nur dann richtig und nachhaltig kümmern können, wenn es uns selbst gut geht. Aber um wen kümmert man sich vorher? Um sich, oder um die Anderen?

Bei mir ist die Sachlage ganz klar. Um die Anderen! Das ist aber vielleicht auch das Schicksal einer Psychologin. Wir bekommen das „Helferlein-Syndrom“ sozusagen in die Wiege gelegt. Trotzdem haben auch wir, genauso wenig wie alle anderen Menschen, unendlich viel Energie.

Wie aber kümmert man sich eigentlich um sich selbst?
Sich um andere kümmern ist irgendwie einfacher. Bei denen weiß man immer, was Sie gerade brauchen und was Ihnen gut tut.

Wenn wir lernen in uns selbst reinzuhören, bekommen wir diese Antworten aber auch.
Das ist nun die gute und schlechte Nachricht. Wenn ich von meiner inneren Stimme nämlich das Feedback bekomme, dass jetzt eine große Tasse Tee, oder eine warme Suppe wirklich schön wären, muss ich dann leider auch selbst dafür sorgen, mir einen Tee, oder eine Suppe zu kochen.

Trotzdem kommen diese Wünsche aus unserem tiefsten Inneren ja nicht von ungefähr. Die wollen dann auch erfüllt werden!

Wann haben Sie sich denn das letzte Mal gefragt, was Sie sich gerade wirklich wünschen würden?

Was Ihnen jetzt so richtig gut täte?

Oftmals beginnen wir unsere Wünsche, wenn Sie uns erst einmal  bewusst sind, auf andere zu projizieren und sind dann ganz traurig und enttäuscht, wenn diese von den anderen dann einfach nicht erfüllt werden. Was wiederum dazu führt, dass wir beginnen darüber nachzudenken, was wir für andere immer alles machen – die für uns aber nicht.

Das kann natürlich sein – und stimmt sehr oft leider auch, dass andere nicht gleich viel für uns tun, wie wir für Sie…. Nur… diese Erkenntnis bringt uns kein bisschen weiter. Wenn wir uns etwas wünschen, dann müssen wir es entweder liebevoll einfordern, oder uns ganz einfach selbst darum kümmern.

Das ist dann eine Form der Selbstliebe. Und die braucht jeder von uns.
Wer sagt denn auch, dass wir unser, in uns selbst ganz tief verankertes fürsorgliches Eltern-Ich, das dafür zuständig ist, darauf zu achten, dass es anderen gut geht und zu erkennen, was diese brauchen, nicht auch für uns selbst zu nutzen?
Aus psychologischer Sicht ist es nämlich auch so, dass dieses sogenannte „fürsorgliche Eltern-Ich“ nicht bei allen gleich ausgeprägt ist. Wir sollten also Verständnis haben, wenn es jemand in unserer nächsten Umgebung nicht so wild ausgeprägt mitbekommen hat, wie wir selbst.

Wir können nur durch liebevolles Vorleben und Handeln, verbunden mit ganz viel Geduld, versuchen es auch bei anderen zu entwickeln. Und bis dahin sollten wir uns um uns selbst kümmern, um dann im nächsten Schritt auch wieder für alle anderen da sein zu können.

Überlegen Sie also mal, was Ihnen heute Abend so richtig gut täte und verwöhnen Sie sich selbst. Genießen Sie es so richtig!
Morgen sind Sie dann, wenn Sie das selbst auch wollen, ja eh auch wieder für alle anderen da.