Glücklicher Leben

Man kommt nur vorwärts, wenn man was zurück lässt…

Loslassen… Eine der schwersten Übungen, mit der wir regelmäßig konfrontiert werden. Es gibt schon unzählige Ratgeber zu diesem Thema, trotzdem fällt es uns allen so extrem schwer.

Manchmal bleibt uns aber auch gar nichts anderes übrig als es dann wirklich zu tun, weil wir uns sonst nur selbst im Weg stehen. Erinnerungen sind das Salz in der Suppe unseres Lebens. Die positiven, ebenso wie die negativen (aus denen wir im Endeffekt aber auch immer etwas gelernt haben). Was passiert nämlich, wenn wir nicht loslassen? Wir können uns nicht verändern. Wir bleiben stehen!

Bei manchen Dingen fällt es uns interessanter Weise aber überhaupt nicht schwer loszulassen – einen alten Job, den wir gegen einen besseren tauschen, eine kleine Wohnung, die wir gegen eine größere tauschen, etc.. Dingen die wir gegen etwas Größeres, Schöneres eintauschen, trauern wir nicht nach. Es sei denn, wir verbinden sehr emotionale Erinnerungen damit. Jeder von Ihnen wird sich noch daran erinnern, wie toll das Gefühl war vom früheren Kinderzimmer in die erste eigene Wohnung zu ziehen. Trotzdem ist wahrscheinlich jeder von uns beleidigt, wenn unser früheres eigenes Reich plötzlich umfunktioniert wird zu einem Ankleideraum, oder in ähnlich praktische Dinge. Auch, wenn wir selbst nicht mehr dort wohnen wollen, verbinden wir mit diesem Zimmer unsere gesamte Kindheit, das erste Mal Verliebt sein, den ersten Liebeskummer, etc.. Gefühle die sofort wieder auftreten, wenn wir dieses Zimmer betreten – vorausgesetzt ist bleibt so wie früher.

Veränderungen fordern uns heraus. Insbesondere die, die nicht von uns selbst initiiert wurden.

Warum aber wehren wir uns oft so vehement gegen Dinge, die zwar neu sind, aber deshalb ja noch lange nicht „böse“.

Mir geht es ja oft genauso. Es kann für mich manchmal schon eine emotionale Herausforderung sein, beim Lieblings-Italiener um die Ecke einmal woanders sitzen zu müssen, als ich es gewohnt bin. Wenn ich es dann aber trotzdem zulasse (wenn auch unter Protest) kann es aber tatsächlich passieren, dass ich mich auf dem neuen Platz dann wohler fühle. Und zukünftig vielleicht sogar nur noch dort sitzen möchte.

Unsere alteingefahrenen Muster machen uns das Leben manchmal fast ein bisschen schwer, weil wir dadurch nichts Neues zulassen. Obwohl das Neue im Endeffekt viel schöner und aufregender sein kann, als das Alte.

Ganz egal in welchem Kontext – versuchen Sie bei der nächsten Veränderung nicht gleich „nein“ zu sagen. Probieren Sie es zuerst aus. Zurück können Sie noch immer. Vorwärts kommen Sie aber nur, wenn Sie alte Dinge zurück lassen. Und es wäre wirklich schade um die schönen Erfahrungen, auf  die Sie möglichweise verzichten, nur weil Sie nicht den Mut, oder auch einfach nur nicht die Motivation haben, es auszuprobieren.

Viel Spaß beim Entdecken neuer Möglichkeiten und neuer Lieblingsplätze beim Italiener wünscht Ihnen

Ihre

Dr. Sabine Schneider