Glücklicher Leben

Liebeskummer lohnt sich nicht my Darling…

Wie Siw Malmkvist 1964 in Ihrem Schlager schon so passend feststellte, möchte ich mich dieser Aussage gerne anschließen. Wer kennt das nicht? Plötzlich kann es passieren, dass einem im wahrsten Sinne des Wortes der Boden unter den Füssen weggerissen wird und wir von einem Menschen, den wir zu diesem Zeitpunkt meist auch noch sehr lieben, so unendlich verletzt werden. Viel tiefer, als wir uns das jemals vorstellen hätten können. Und dazu kommt auch noch der Schmerz, dass wir das dem anderen in dieser „herzlosen“ Form nie zugetraut hätten.

Mein letzter Liebeskummer ist mittlerweile glücklicherweise genau 10 Jahre her. Damals war ich noch glücklich  verheiratet, zumindest dachte ich das, bis ich, aufgrund der Tatsache, dass mein Exmann sich wahrscheinlich zu sicher war, dass ich nie draufkommen würde, draufgekommen bin, dass er ein ganzes Wochenende mit einer anderen Frau verbringen möchte.

Diese großartige Entdeckung machte ich an einem Freitag und ob der Tatsache, dass ich bei meinem Anruf um mal nachzufragen, wo er denn eigentlich sei, keine Rufnummer mitschickte, er vor lauter Schock und Überraschung (wie es denn eigentlich sein könnte, ihn zu überführen) gleich alles zugab.

Interessanterweise hat ihn mein Anruf jedoch keineswegs motiviert umzudrehen und wieder nach Hause zu fahren. Nein…. Er hat beschlossen, nachdem es jetzt aus seiner Sicht eh schon egal ist, noch ein romantisches Wochenende zu zweit zu verbringen bevor er sich dann am Sonntagabend seine verärgerte Ehefrau „antut“…

Die verärgerte Ehefrau, also ich, hat dann mal die Zeit genutzt um seine Sachen zu packen, vor die Haustüre zu stellen und das Schloss austauschen zu lassen. Leider habe ich diesen Ehrgeiz dann aber im Laufe des Wochenende verloren und mir tatsächlich überlegt, ihm vielleicht doch noch mal eine Chance zu geben, um „nur“ wegen einem Seitensprung nicht gleich knapp acht gemeinsame Jahre einfach aufzugeben.

10 Jahre später kann ich nun mit Sicherheit sagen – keine gute Idee! Wenn das Vertrauen in einer Beziehung nicht mehr da ist, dann kann man auch nichts mehr retten. Ganz im Gegenteil. Es ist wirklich faszinierend auf was man in sechs Monaten alles draufkommen kann und wie ungezogen und präpotent sich Personen, in die man sich tatsächlich einmal verliebt hat, dann plötzlich verhalten können.

Zusammenfassend kann ich nach diesen sechs Monaten jedenfalls mit Sicherheit sagen – ich weiß seitdem, warum es Situationen gibt in denen Menschen zu einer Handlung im Affekt in der Lage sind.  Und habe für manche seitdem sogar richtig großes Verständnis.

Was also tun, wenn einem so etwas passiert – dass man einfach ausgetauscht wird? Aus heiterem Himmel! Das wichtigste ist in jedem Fall sich nicht selbst aufzugeben. Ganz egal wie schwer das in diesem Moment fällt. Ich hatte damals den gleichen Konsum an Prosecco wie an Kamillentee-Säckchen. Das eine für die Nerven, das andere für, respektive gegen, die geschwollenen Augen.

Trotzdem sind auf Dauer weder Prosecco, noch geschwollene Augen eine gute Lösung – weder für die Leber, noch für andere Nebensächlichkeiten wie Beruf, Karriere, etc..

Wobei ein gewisses Maß an Trauer sein muss und auch keinesfalls unterdrückt werden darf, da unsere Seele und unser verletztes inneres Kind Zeit braucht um zu trauern – auch, um sich später irgendwann mal wieder für einen neuen Partner emotional öffnen zu können.

Parallel zu dieser Trauerzeit (in der andere Partner übrigens überhaupt nichts nützen – darauf kann man also getrost verzichten) ist es wichtig sich selbst wieder neue Ziele zu setzen. Zu überlegen was man schon lange mal machen wollte, es aber nie getan hat. Sei es einen Samstagvormittag alleine genießen, ein paar Tage weg zu fahren, für ein paar Tage Auszeit in ein Kloster gehen, um sich selbst wieder zu finden, whatever….

Überraschen Sie sich selbst, etwas zu tun, was Sie ohne die Trennung niemals getan hätten.

Ich habe in dieser Zeit beispielsweise meine Dissertation geschrieben, weil ich an den Wochenenden ganz dringend etwas zu tun brauchte um nicht darüber nachzudenken, wieviel Spaß mein Exmann gerade mit seiner neuen Freundin hat. Und ich bin regelmäßig für 2-3 Tage mit einer Freundin irgendwo hingeflogen (Berlin, Rom, etc.). Ich hatte früher nämlich Flugangst und wollte mir selbst beweisen, dass ich die jetzt eben nicht mehr habe. Hat geklappt. Heute fliege ich leidenschaftlich gerne und traue mich sogar selbst Spinnen einzusaugen. Trennungen sind demnach auch wirklich hilfreich gegen sämtliche Arten von Phobien.

Was möchten Sie persönlich denn gerne machen, wozu Sie bis jetzt noch keinen Mut hatten? Mal ganz alleine wegfahren, Bungee Jumping, irgendwo hinfliegen, was auch immer…?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Urlaube, in die man ganz alleine fährt, extrem erholsam sein können. Ich habe beispielsweise ein Lieblings-Wellness-Hotel in Tirol. Dort gehe ich wandern, laufen, schwimmen, lasse mich massieren und verwöhnen und bin schon fünf Minuten nach der Ankunft tiefenentspannt.

Schreiben Sie sich doch einfach mal zusammen, was Sie schon lange machen wollten und wofür jetzt genau die richtige Zeit ist.

 

Lernen Sie wieder Spaß mit sich alleine zu haben und nutzen Sie Ihre aktuelle Auszeit von der Zweisamkeit – Sie werden sehen, wie viel Kraft man tanken kann, wenn man auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Das hat nichts mit Liebe zu tun – einzig und alleine mit einem gesunden Egoismus, der auch in jeder Beziehung Platz haben muss. Dieser Beitrag soll also keinesfalls nur Singles ansprechen J ….