Glücklicher Leben

Liebe ist das schönste Geschenk

Wer von uns möchte nicht geliebt werden? Es gibt ja auch nichts Schöneres als voll Freude und persönlicher Zuneigung irgendwo auf der Welt willkommen zu sein, oder? Sei es seitens unserer Familie, der eigenen Kinder, oder des Partners.

Ich persönlich bin beispielsweise jedes Mal ein bisschen gerührt, wenn ich mit dem Flieger nach beruflichen Reisen wieder in meiner Heimatstadt Salzburg lande. Das ist einfach ein unheimlich schönes Gefühl, wieder zu Hause zu sein.

Haben wir aber tatsächlich alle gelernt, wirklich Liebe zu geben und auch zu empfangen? Das ist nämlich gar nicht so leicht. Als Kinder gehen wir vollkommen unvoreingenommen zu Menschen hin, strecken Ihnen ganz unbedarft  unsere kleinen Ärmchen entgegen und wollen einfach nur gehoppert und liebkost werden. Was aber, wenn wir schon als Kinder nicht immer diese Zuwendung bekommen, die wir uns hier wünschen würden? Wie gehen wir dann später selbst mit den Themen Liebe und Nähe um.

Ich musste das ehrlicherweise als Erwachsene auch erst lernen. Ich habe zwar das unendliche Glück wahnsinnig tolle Eltern zu haben, trotzdem habe ich für mich nie so ganz wirklich gelernt Nähe zuzulassen. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich in einem Familienbetrieb groß geworden bin, was bedeutet, dass das „Geschäft“ (so wurde das bei uns genannt, wenn über die Firma gesprochen wurde) schon immer eine sehr dominante Rolle einnahm. Und damit auch das Thema Leistung. Wenn man bei uns zu Hause Leistung bringt bekommt man, aus meiner eigenen Wahrnehmung heraus, immer ein bisschen mehr Liebe und Anerkennung. Das musste ich als Erwachsene auch erst lernen zu akzeptieren. Als Kind ist es mir noch nicht gelungen.

Jeder von uns hat als Erwachsener denke ich schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Liebe auch etwas mit „Gegenleistung“ zu tun hat. Nicht aus materieller Sicht. Sondern auf Basis einer ganz intensiven Wertschätzung. Eine Form der Wertschätzung die nur von ganzem Herzen kommen kann. Und das ist gut und richtig so. Wenn wir nämlich niemals erkennen dürfen, dass wir für unsere Liebe auch eine Gegenleistung, respektive Gegenliebe bekommen, fühlen wir uns irgendwann ausgenutzt und dann macht das einseitige Geben von „Liebe“ irgendwann keinen Spaß mehr.

Liebe hat aber oft auch mit Verletzungen zu tun. Je mehr wir lieben, umso verletzlicher werden wir. Trotzdem darf man niemals darauf verzichten – denn was wäre unser Leben ohne Liebe? Auch das müssen wir irgendwann lernen zu akzeptieren

Das Thema „Liebe“ ist ob der Verletzbarkeit die sich dahinter versteckt, auch ein sehr präsentes Thema in meiner Praxis. Da viele von uns im Laufe des Lebens leider auch verlernen sich selbst zu lieben. Was in weiterer Folge dazu führt, auch keine authentische Liebe mehr weitergeben zu können. Einige hoffen dann auf Familienaufstellungen oder andere therapeutische Wundermittel und glauben, dass dann alles wieder gut wird. Wird es vielleicht auch… Ich persönlich vertrete jedoch die Meinung, dass wir erst einmal wieder lernen müssen uns selbst zu lieben und uns so zu akzeptieren wie wir sind. Natürlich kann ich als erwachsene Person auch ein Leben lang traurig und unglücklich sein, dass ich als Kind nicht die Liebe bekommen habe, die sich mein inneres Kind sehnlichst gewünscht hätte. Was nützt es mir aber, wenn ich die Schuld dann mein ganzes  Leben lang bei meinen Eltern und meiner Familie suche und dadurch darauf vergesse mich selbst zu lieben. Weil ich aus dieser Perspektive selbst ja auch gar nichts dafür kann – sondern alle anderen daran schuld sind. Praktisch eigentlich….

Ja… bis zu einem gewissen Grad.
Kinder sind für alle Eltern auf der Welt eine emotionale Herausforderung. Der Umgang mit einer wahnsinnig intensiven Form von Liebe und auch Verletzbarkeit deren Umgang man aber leider nirgends lernen kann. Man kann nur lernen es zuzulassen – und das können die einen besser und die anderen eben leider nicht so gut. Zumindest nicht so gut, wie wir es uns als Kinder vielleicht gewünscht hätten.

Irgendwann, finde ich, ist man dann aber alt genug, um Eigenverantwortung zu übernehmen und sich einzugestehen, dass es niemals zu spät ist, für eine glückliche Kindheit. Unser inneres Kind bleibt uns nämlich ein ganzes Leben lang erhalten. Es wohnt sozusagen in uns. Wir verlernen nur viel zu oft es zu hören und seine Wünsche zu akzeptieren. Was aber enorm schade und nicht wieder gutzumachen ist, weil unser inneres Kind, unsere innere Stimme, die Stimme ist, die immer genau weiß was uns gut tut und was wir brauchen. Warum hören wir also nicht darauf?

Versuchen Sie doch in den nächsten Tagen einmal ganz intensiv in sich hineinzuhören. Was Sie sich wirklich wünschen. Was Sie in manchen Situationen auch brauchen, um damit selbst emotional umgehen zu können. Natürlich ist es schöner, wenn jemand da ist, der uns die Liebe, die wir uns wünschen und die wir brauchen wie die Luft zum Atmen, gibt. Was aber, wenn einfach niemand da ist? Dann gibt es nur eine Lösung – Selbsthilfe.

Wenn niemand da ist der mich umarmt, muss ich selbst für meine eigene Geborgenheit sorgen – beispielsweise in einer kuschelig warmen Badewanne mit einem schönen Buch. Was auch immer Ihnen persönlich gut tut. Lernen Sie darauf zu hören, was Ihnen Ihre innere Stimme – Ihr inneres Kind – sagen möchte, welche Bedürfnisse es hat. Und erfüllen Sie sich diese.
Dann haben Sie auch wieder viel mehr Kraft anderen Menschen Liebe zu geben. Und mit ganz viel Glück und Zuversicht wird von diesen Menschen dann auch Liebe zurückkommen. Nämlich aus dem ganz einfachen Grund, weil Sie zulassen, dass die Gegenliebe freiwillig kommt. Sie fordern diese nicht mehr ein, weil Sie gelernt haben sich selbst zu geben, was Sie brauchen. Damit machen Sie es auch Ihrer gesamten Umgebung viel leichter Sie zu lieben, weil Sie weniger Erwartungshaltung ausstrahlen.

Lassen Sie sich überraschen! Sobald Sie zulassen, dass Ihr inneres Kind wieder glücklich und zufrieden wird, werden auch die anderen Menschen in Ihrer Umgebung positiv darauf reflektieren und liebevoller mit Ihnen umgehen.