Glücklicher Leben

Kleine Schicksalswege

Manchmal passiert es, dass kleine Zufälle unser Leben steuern. Ob wir einen Bus erreichen, oder nicht, ob wir am Bahnhof unerwartet auf den Anschlusszug warten müssen, oder ob wir im Buchladen über ein Buch stolpern, das unser ganzes Leben verändert.

Es gibt immer wieder Situationen in denen wir fremdgesteuert werden. So haben sich übrigens auch schon sehr viele glückliche Paare kennen gelernt. Ganz ohne Parship & Co.. Einfach nur durch einen verpassten Bus. Schön oder? Das ist dann wirklich Schicksal und Bestimmung in einem.

Jetzt aber noch einmal zurück zu den kleinen Zufällen, die zwar auch unser Leben bestimmen, aber nicht gleich etwas mit der großen Liebe zu tun haben.

Mir ist gestern so ein kleiner, oder eigentlich sogar durchaus großer, Wink des Schicksals zugeflogen.
Seit vielen, vielen Jahren überlege ich mir nämlich eine Ausbildung, oder besser gesagt eine Prüfung, im Zusammenhang mit meinem Beruf als Psychologin, welche ich aber schon genau so lange immer wieder wegschiebe, weil mir (offiziell) die Zeit, und um ehrlich zu sein auch die Motivation wieder so viel lernen zu müssen, fehlte. Trotzdem ist die Idee regelmäßig in meinem Kopf aufgepoppt und gleich regelmäßig habe ich sie auch wieder verschoben.
Bis gestern Abend, als ich mir einen sehr entspannenden (zu besagter Ausbildung jedoch völlig themenfremden) Film angesehen habe und es wieder einmal „plopp“ machte in meinem Kopf und diese Ausbildung sich in meinen Gedanken breit machte. Was mich aber nicht weiter störte. Es waren nur ein paar (altbekannte) Gedanken im Kopf die sich ganz wunderbar mit dem Film vereinbaren ließen.
Bis ich dann nach dem Film ins Bett gehen wollte und während dem Zähneputzen schon einmal die Lampe vom Nachttisch eingeschalten habe, welche jedoch keinen „Rührer mehr tat“ wie wir Österreicher das nennen.
Und das nach nur 11 Jahren!… Nein im ernst… Ich wohne jetzt seit 11 Jahren in dieser Wohnung, lese jeden Abend und musste die Glühbirne faszinierenderweise noch nie tauschen. Was auch dazu führte, keine Reserveglühbirne zu Hause zu haben. So half nur Plan B – die Glühbirne aus der Nachttischlampe der zweiten Betthälfte musste aushelfen… An dieser Stelle muss ich jetzt kurz festhalten, dass mein zweiter Nachttisch als leicht chaotisches Bücherlager fungiert. Dort lagern sämtliche Bücher die mein Unterbewusstsein anscheinend beim Schlafen in unmittelbarer Nähe haben möchte (sonst würde ich sie ja endlich mal aufräumen), ich aber trotzdem nicht regelmäßig darin lese – eher ganz im Gegenteil. Die Bücher in denen ich regelmäßig lese, liegen auf der anderen Seite.

Als ich gestern also besagte (Zweit-) Glühbirne herausdrehe, sehe ich aus dem Augenwinkel doch tatsächlich ein Buch, das in direktem Zusammenhang mit dieser Ausbildung steht. Ein ganz tolles Lehrbuch, das ich mir vor vielen Jahren einmal gekauft habe, dann aber gemeinsam mit den Gedanken rund um die Ausbildung erfolgreich zur Seite gelegt habe.
Bis gestern… Da habe ich dann begonnen das Buch zu lesen und anschließend so dermaßen gut geschlafen, wie schon lange nicht mehr. Richtig entspannt, sogar ganz ohne schlaftechnische „Klogeh-Pausen“. Meine Blase ist des Nächtens nämlich oft gleich aktiv wie meine Gedanken. Was immerhin auch in der Nacht zu einem großartigen Kalorienverbrauch führt, durch die aktive Bewegung zwischen Bett und Bad…

Was soll ich jetzt noch mehr sagen… Außer, dass ich mich nun endgültig entschieden habe diese Prüfung endlich in Angriff zu nehmen und mich sogar riesig darauf freue, weil ich gestern beim Lesen festgestellt habe, dass mir die Inhalte mächtig viel Spaß machen. Sichtlich brauchte ich nur noch einen kleinen Schubs in die richtige Richtung um mir dessen auch endlich bewusst zu werden. Also danke, liebe Glühbirne und natürlich, danke liebes Schicksal!