Glücklicher Leben

Innere Gelassenheit

Wie singt Balu der Bär so schön?  „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“. Da entspannt man eigentlich schon beim Titel des Songs. Im Alltag ist das aber gar nicht immer so leicht. Es gibt immer wieder Situationen, zumindest in meinem Leben, in denen das mit der Gemütlichkeit, und ganz zu schweigen von der Gelassenheit, einfach nicht klappen will. Ich persönlich befürchte ja, dass das bei mir in großem Maße auch mit dem eigenen Alter zu tun hat. Dinge, die mir früher nicht einmal aufgefallen sind, können heute schon akute emotionale Stresssituationen hervorrufen. Ich kann bei mir selbst ganz eindeutig beobachten wie mit den Lebensjahren auch die Geduld abnimmt. Das blöde daran ist nur, dass ich noch nie wirklich geduldig war. Was nun dazu führt, dass es mir selbst öfter fast unheimlich ist, wie einem, zumindest an manchen Tagen, eine rote Ampel oder gar ein entspannter Fußgänger der ganz gemütlich den Zebrastreifen quert, aus der Ruhe bringen kann.

Zum Glück habe ich gottgegeben einen niedrigen Blutdruck. Sonst hätte ich wahrscheinlich vor der einen oder anderen Ampel schon einen Herzkasperl erlitten.

Um das eigene System aber trotzdem nicht überzustrapazieren – laut Statistik werden Frauen heute 80 plus – was bedeuten würde, dass ich fast noch mein halbes Leben vor mir habe. Da wäre es ja wirklich schade, das für einen entspannten Fußgänger aufzugeben. Nämlich für einen, den ich noch nicht einmal kenne.

Deshalb versuche ich jetzt mich selbst zu entschleunigen und zugegebenermaßen auch selbst zu erziehen. Ausschlagend darauf war der Beginn von Selbstgesprächen in Stresssituationen. Dafür bin ich, habe ich beschlossen, einfach wirklich noch zu jung. Außerdem macht das Leben ohne Stress einfach viel  mehr Spaß. Meine Patienten reflektieren mir beispielsweise sogar immer, dass ich so angenehm entspannt bin. Was ich zum Glück auch wirklich sein kann. Aber eben nicht immer… Und in den Situationen, in denen ich es nicht bin, werde ich mir zukünftig gedanklich selbst das Lied von Balu vorsummen. Die Sache mit Hakuna Matata in Kombination mit der Gemütlichkeit muss doch außerhalb vom Dschungelbuch und dem König der Löwen auch funktionieren, oder? Und notfalls lege ich mich bei Kaa auf die Coach und lasse mich von ihr hypnotisch entschleunigen. In vollem Bewusstsein in welche Gefahr ich mich dabei begebe… Aus der Sicht werde ich jetzt im ersten Schritt doch einmal hochmotiviert versuchen mich mit Hilfe von Balu selbst zu entschleunigen und meinen niedrigen Blutdruck im Sinne meiner eigenen Lebensqualität und auch Lebenserwartung zu schonen und unten zu lassen.