Glücklicher Leben

Immer unter Strom?

Kennen Sie das auch? Man wacht in der Früh auf, steht auf und schon funktioniert man. Wie ein kleiner Duracell-Hase den man aufrecht hinstellt und schon geht es los. Er läuft und läuft und läuft. Selbst, wenn er einmal wo ansteht versucht er immer weiter zu laufen. Darauf ist er konditioniert. Und ehrlicherweise sehe ich hier immer öfter parallelen zu mir selbst.

Ich habe mich bspw. darauf konditioniert den Tag schon einmal (hochmotiviert) mit Gymnastikübungen für die Lendenwirbelsäule zu beginnen. Das mache ich jeden Tag. Ganz egal, ob ich Lust darauf habe, oder nicht. Dafür stelle ich mir extra meinen Wecker etwas früher. Andere Menschen hätten sich selbst gegenüber vielleicht die Flexibilität, die Übungen manchmal auf den Abend zu verschieben, wenn es sich in der Früh mal einfach nicht ausgeht. Ich nicht! Wenn es um das Thema „Pflichtbewusstsein“ geht, habe ich nämlich mindestens zweimal „hier“ gerufen. Ganz laut, dass mich auch wirklich alle hören.

So geht das dann den ganzen Tag weiter. Ich versuche meine Mails immer ganz zeitnah zu beantworten, am Telefon immer erreichbar zu sein und es immer allen recht zu machen. Auch, wenn ich in meinem tiefsten Inneren weiß, dass das gar nicht möglich ist, es allen recht zu machen. Ich bin darauf konditioniert es zu versuchen.

Nun musste ich aber lernen, zumindest manchmal loszulassen. Mein Pflichtbewusstsein ging nämlich soweit, dass ich sogar am Wochenende und auf Urlaub regelmäßig (bis ständig) auf mein Handy gesehen habe um festzustellen, ob mich aktuell jemand braucht. Bis ich mir selbst eingestehen musste Psychologin geworden zu sein und nicht Notärztin. Wenn mich jemand dringend braucht, hat das noch immer Zeit. Niemand muss akut reanimiert werden. Außer vielleicht ich selbst, wenn ich das mit dem Stress noch länger übertreibe. So habe ich mir regelmäßige Auszeiten verschrieben. Beispielsweise in der Form des Flugmodus am Handy – um einfach mal nicht erreichbar zu sein, aber auch gar nicht zu wissen, ob es jemand versucht hätte. Oder auf Urlaub in Form eines Abwesenheitsassistenten der mich persönlich ungemein entschleunigt, weil ich weiß, dass so auch alle anderen wissen, dass ich meine Mails zum aktuellen Zeitpunkt nur sporadisch lese.

Solche kleinen Tricks und Selbst-Entschleunigungs-Maßnahmen sind  unendlich wichtig für unsere Lebensqualität.

Es nützt niemanden – weder uns, noch den anderen – wenn wir unter Dauerstress stehen und dadurch immer ungeduldiger und im Endeffekt auch fehleranfälliger werden.

Nehmen auch Sie sich eine regelmäßige Auszeit von Handy, Mails & Co.. Sie werden sehen… Ein paar Stunden ohne, sind wie ein Kurzurlaub. Und danach sind wir wieder fit für neue Herausforderungen des Alltags.