Glücklicher Leben

Ich weiß nicht, was ich wollen soll…

Kennen Sie das auch? Sich einfach nicht entscheiden zu können was man wollen soll. Oder auch wollen will.

Das klingt komisch für Sie? Ist es auch! Zumindest für mich.
Es gibt Personen die haben ein großes Hauptpotenzial und wissen davon abgeleitet schon in der Volksschule ganz genau was sie später beruflich machen wollen. Toll!
Ich habe mehr als ein Potenzial. Was auf der einen Seite wunderschön ist, auf der anderen aber auch oft beängstigend anstrengend.

Ich habe nämlich total viele Interessen und würde sooo gerne alle beruflich und privat nutzen. Diese Interessensvielfalt  hat man bei mir auch schon während meiner Schulzeit wunderbar beobachten können. Ich wollte alles ausprobieren und war deshalb im Alter zwischen 10 und 18 Jahren in vier verschiedenen Schulen. Man muss sich ja einen guten Eindruck verschaffen, was man aus dem eigenen Leben machen will und was nicht. Ich fand diesen Ansatz prima– meine Eltern leider weniger.

Ehrlicherweise beneide ich heute aber oftmals die Personen die einfach ganz genau wissen was sie machen wollen. Und das dann auch tun. Jeden Tag wieder. Immer dasselbe.
Eine Zeit lang hab‘ ich das dann deshalb auch mal probiert. Mich voll und ganz einem einzigen Potenzial zu widmen.
Das ist auf Dauer aber echt ganz schön fad. Ständig dieselben Abläufe… kein Platz für Neues. Für’s ausprobieren. Und auch nicht fürs’s scheitern. Also für mich war das dann im Endeffekt nichts. Gar nichts!
Da scheitere ich lieber mal, bevor ich ständig nur dasselbe machen muss und dabei im Endeffekt auch nur ein Potenzial nutze.

Das gibt’s ja auch gar nicht, dass jemand nur ein Potenzial hat. Wir müssen nur (wieder) lernen unsere Potenziale zu erkennen und auch zu nutzen.

Im Zeitalter der hochbegabten Kinder, in dem wir alle schon groß geworden sind, ist dann aber oftmals gar nicht so leicht. Als Kind haben wir häufig schon einen Wochenplan wie ein Topmanager. Eltern versuchen Kinder zu fördern indem sie vom Tennis, über die Klavierstunde zum Golfunterricht schwirren müssen. Dazwischen noch Nachhilfe bekommen und abends eine Runde Schach mit ihnen spielen um das strategische Denken zu fördern.

Das ist doch alles reiner Humbug. Ganz ehrlich. Kinder zu fördern ist enorm wichtig. Mindestens so wichtig ist es aber auch, dass wir als Erwachsene dann nicht verlernen uns selbst zu fördern und immer wieder mal über den eigenen Tellerrand zu schauen. Und manchmal auch vom Tellerrand runter zu fallen – vor lauter darüber hinausschauen.
Ein blauer Fleck macht doch echt mehr Spaß als das ständige herumschwimmen in derselben Suppe.

Deshalb schlage ich vor, dass Sie sich noch heute mal ganz gemütlich hinsetzen und sich überlegen, was Sie eigentlich alles können. Ganz egal ob Sie das besonders gut können, oder einfach nur können. Spaß muss es Ihnen machen! Dann darf alles auf die Liste.

Und dann probieren Sie jeden Tag, oder zumindest einmal in der Woche, was neues von dieser Liste aus.

Sie werden sehen, wie enorm viel Spaß das Leben außerhalb des eigenen Tellerrands macht. Und Sie werden spüren was Sie wirklich wollen sollen… Und dabei bleiben Sie dann einfach mal eine Zeit lang. Immer wieder gepaart mit weiteren Ausflügen rund um den eigenen Teller. Und ruhig auch mal weiter weg. Der Welt der Möglichkeiten ist nämlich unendlich groß. Sie müssen die Reise nur beginnen.

Also kraxeln Sie heute schon mal rauf auf den Tellerrand und nehmen Sie sich ein symbolisches Fernglas mit um zu recherchieren was Sie da draußen noch alles ausprobieren wollen.