Glücklicher Leben

Ich und glücklich…?

Wenn uns jemand fragt, ob wir glücklich sind, sagen wir oftmals ganz spontan „Eigentlich ja“… Warum schränken wir unser eigens Glückgefühl aber so oft ein? Was bedeutet „Glück“ denn für jeden von uns?

Glück ist doch zum Beispiel die schöne Aussicht auf einem Berg, den man zuerst mit den eigenen Kräften bestiegen hat, oder gutes Essen, das uns ein lieber, nahestehender Mensch (oder auch einfach „nur“ der Italiener ums Eck) zubereitet hat. Ein herzhaftes Kinderlachen, die beste Freundin die einen umarmt, weil man für sie da war… Glück hat im Endeffekt nichts mit materiellen Dingen zu tun. Ganz im Gegenteil! Ich denke, dass wir erst dann richtig glücklich werden können, wenn wir auch wieder lernen die kleinen Dinge zu schätzen und zu genießen.

Oftmals läuft man ein ganzes Leben lang hinter dem Glück nach. Man will immer mehr. Eine größere Wohnung, ein schnelleres Auto, ein schöneres Büro, eine höhere Hierarchiestufe im Job, etc..

Nur ganz ehrlich…. Wenn ich die Begabung verliere einen Teller Spaghetti so zu genießen, dass er mich richtig glücklich macht (notfalls) auch mit einem Glas Rotwein aus dem Kanister vom Hinterzimmer des Italieners, dann nützt es mir auch nichts, wenn ich den Teller Spaghetti in (m)einer Bulthaup Küche in der vollverglasten Penthouse Wohnung mit einem Glas Tignanello serviert bekomme.

Gut…. ich gebe zu, auch ich wünsche mir in meinem tiefsten Inneren die vollverglaste Penthouse-Wohnung (dazu stehe ich auch), weiß aber zugleich, dass mich diese nicht glücklich machen wird. Nicht auf emotionaler Ebene. Wenn ich verlerne mich an  kleinen Dingen zu erfreuen, gelingt es mir bei den großen auch nicht mehr.

Wenn ich den Ausblick vom unserem Hausberg in Salzburg nicht mehr genießen kann (was ich mir gar nicht vorstellen könnte, weil ich jedes Mal wieder wie ein asiatischer Tourist oben stehe und am liebsten Fotos machen würde), dann nützt auch ein Business Class Ticket auf die Seychellen nichts, weil ich mir dann wahrscheinlich in der Business Class überlegen würde, warum ich nicht in der First Class sitze und auf den Seychellen, warum ich nicht nach Mauritius geflogen bin, weil das Meer dort ja vielleicht noch ein bisschen türkiser sein könnte.

Das eigene Glück ist ganz tief in uns drinnen. Wir müssen es nur zulassen und wieder lernen zufrieden zu sein. Ziele und Visionen sind das Salz in der Suppe – sie dürfen uns aber nicht stressen! Sie sind die Belohnung für das, was wir geleistet haben. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir aber vor lauter Leistung und Arbeit auf uns vergessen und anstatt eine Aussicht, respektive den Moment zu genießen, nur auf unser Handy schauen, ob irgendwelche Nachrichten gekommen sind die wir unbedingt sofort beantworten müssen, weil wir glauben, dass unser Glück sonst (aus irgendeinem Grund) gefährdet sein könnte, dann wird das nichts mit dem Glücklich sein.

Weil Glück ohne Zufriedenheit und Entspannung einfach nicht möglich ist.