Glücklicher Leben

Ich muss gar nichts…

In letzter Zeit passiert es mir immer öfter, dass ich mich in manchen Situationen dabei ertappe zu mir selbst zu sagen: „Ich muss gar nichts“…. In Situationen in denen meine Glaubenssätze früher noch gewonnen hätten und mein Pflichtbewusstsein Protest-Saltos geschlagen hätte, wenn ich etwas eben mal nicht mache.

Bin ich jetzt alt genug um zu wissen, dass man es den anderen gar nicht immer recht machen muss? Ja, ich denke schon! Und das ist wunderschön und gut so! Das älter werden hat nämlich durchaus auch seine Vorteile. Wir werden immer selbstbewusster und lernen im besten Fall auch immer mehr zu uns selbst zu stehen und zu unseren eigenen Entscheidungen.

Klar, ein paar Verpflichtungen hat man immer, egal wie alt und selbstbewusst man ist. Aber man darf irgendwann auch ein paar Glaubenssätze loslassen und zu sich selbst stehen. Und… man darf auch mal „nein“ sagen. Es kommt nur immer darauf an, wie man „nein“ sagt. Wenn unser Gegenüber versteht warum wir etwas nicht machen, oder nicht machen wollen, dann kann es auch damit umgehen.

Viel schlimmer als unsere Gegenüber sind aber im Normalfall wir selbst. Unsere Art mit uns selbst umzugehen. Mit all‘ den Außeneinflüssen mit denen wir seit jeher konfrontiert werden, wie wir zu sein haben. Wer bestimmt das aber eigentlich?

Mir fällt immer öfter auf, dass es Dinge gibt an die ich mich seit mittlerweile 41 Jahren ganz brav halte, ohne jemals darüber nachgedacht zu haben, ob ich das auch wirklich will und auch wirklich muss. Und immer öfter stelle ich fest…. Nein, ich muss gar nichts…. Ich muss es nicht den Rest meines Lebens allen anderen recht machen, ich muss nicht immer funktionieren und stark sein, ich muss nicht immer gut aufgelegt sein (nur weil ich mich auf positive Psychologie spezialisiert habe), ich muss nicht dem Kellner zuliebe eine mittlerweile kaltgewordene Pasta essen (weil er in der Zwischenzeit mit der Köchin geflirtet hat), ich muss auch nicht immer nachgeben und nett sein, nur um andere nicht zu verletzen. Ich passe fortan einfach nur auch mehr auf mich selbst auf, um auch mich nicht zu verletzen.

Und das sollte jeder von uns tun. Müssen tun wir gar nichts – die Dinge die wir gerne machen, machen wir auch automatisch besser. Natürlich gibt es Ausnahmen. Ein paar Dinge müssen wir schon immer tun, ob wir wollen oder nicht. Würde ich beispielsweise nie mehr Lust haben den Müll runter zu tragen, oder Staub zu saugen, hätte das langfristig gesehen Folgen die meine Lebensqualität beeinflussen. Und das will ich auch nicht. Also ganz ohne Kompromisse geht es dann doch nicht…

Trotzdem kann ich jedem nur empfehlen, manche Dinge auch mal wieder zu überdenken und nicht nur zu funktionieren. Das kann die eigene Lebensqualität nämlich extrem positiv beeinflussen – auch, wenn man dazwischen dann trotzdem mal schlecht drauf ist. Auch das darf man!