365 glückliche Tage, Glücklicher Leben

Gute Vorsätze, oder Stress?

Alle Jahre wieder… nehmen sich viele von uns zu Silvester vor Ihr Leben nun endlich grundlegend zu verändern. In der Früh etwas früher aufzustehen um fortan täglich zu frühstücken, oder sogar Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren, weniger Alkohol zu trinken, oder einer der beliebtesten Vorsätze, zu Rauchen aufzuhören.

Warum aber warten all‘ diese Personen immer ausgerechnet auf den 31. Dezember? Was ja schon alleine deshalb ein Widerspruch in sich ist, weil es schätzungsweise keinen einzigen Menschen gibt der mitten beim Feiern, kurz nach Mitternacht, dann beschließt sofort nach Hause zu gehen, keine Zigarette mehr anzugreifen und vor lauter guter Vorsätze auch das angebrochene Glas Champagner, oder Wein, stehen zu lassen.
Was wird also passieren, Sie werden das Glas aller Wahrscheinlichkeit nach austrinken und dabei ein schlechtes Gewissen haben. Sie starten also gleich unzufrieden ins neue Jahr… Das ist doch fad, oder?

Als Psychologin kann ich Ihnen zudem versichern, dass Sie Vorsätze, die Sie bis Silvester mitschleppen, nicht gerne umsetzen werden. Es ist für uns alle nur so ein magisches Datum, das uns unbewusst und emotional jedoch ausgesprochen stresst. Viele von uns glauben nämlich, im neuen Jahr dann alles besser und anders machen zu müssen. Aber warum? Es hat doch bis jetzt auch ganz prima geklappt.
Und wenn Sie etwas wirklich ändern oder auch aufhören wollen, dann können Sie das doch auch an den 364 anderen Tagen machen. Einfach so. Sie können jeden Tag beginnen etwas mehr Sport zu treiben, oder zu frühstücken. Sie können auch jeden Tag beginnen weniger zu rauchen. Was auch um ein vielfaches gesünder ist, als ein radikaler Raucherentzug.

Schreiben Sie sich doch eine Liste, was Sie sich von sich selbst wünschen würden, in Ihrem Leben zu ändern. Schritt für Schritt. Nicht von einem Tag auf den anderen und radikal.
Der 01. Januar verläuft mit Sicherheit um ein vielfaches entspannter, wenn Sie nicht früh morgens aufstehen und untrainiert eine Runde laufen gehen, um dann völlig erschöpft zu Frühstücken und dabei von einer gemütlichen Zigarette zu träumen. So haben die guten Vorsätze nämlich keine Chance nachhaltig umgesetzt zu werden und Sie haben spätestes am 02. Januar nicht nur einen mörderischen Muskelkater sondern zudem auch ein schlechtes Gewissen, weil Sie den einen, oder anderen, Vorsatz schon am Nachmittag des ersten Tages im neuen Jahr über Bord geworfen haben.

Machen Sie es doch so, dass Ihnen Ihre Vorhaben auch wirklich Spaß machen und Sie immer wieder kleine Erfolgserlebnisse haben dürfen.  

Nutzen Sie heute den letzten Tag des Jahres (oder, wenn Sie den Beitrag erst 2017 lesen, einfach den heutigen Tag) sich einmal eine ganz konkrete Liste zu schreiben, was Sie in Ihrem Leben wirklich ändern wollen. Sie selbst, niemand anderes für Sie.
Und dann schreiben Sie sich einen Plan, wie Sie dieses Ziel Schritt für Schritt erreichen wollen.

Zum Beispiel mehr Sport treiben, dreimal die Woche 20 Minuten Bewegung (walken, leichtes laufen) – das sind dann nach Woche 1 schon 60 Minuten mehr Bewegung als in den Monaten und Jahren zuvor. Zu Frühstücken zu beginnen – nehmen Sie sich doch ab sofort ein Vollkornbrot mit etwas Gemüse mit ins Büro und dazu ein paar Nüsse. So gestalten Sie Ihren Vormittag schon um ein vielfaches gesünder als früher, was langfristig auch zu mehr Energie führt. Ohne sich zu Hause zu stressen und am Tag drei zu überlegen, doch lieber länger im Bett liegen zu bleiben.

Ein anderer Psychologe (ich denke er ist auch Psychologe) hat vor kurzem ein Buch veröffentlicht, welches er „Miracle Morning“ genannt hat. Die Quintessenz daraus ist, jeden Tag in der Früh eine Stunde früher aufzustehen und diese Zeit zu nutzen.
Das ist ein Vorhaben, das ich beispielsweise für 2017 habe. Auch, wenn ich im ersten Schritt jetzt einmal mit einer halben Stunde beginne.
Und für diese gewonnene Zeit werde ich mir heute noch zusammenschreiben, was ich damit machen möchte. Eine Auswahl. Ob ich im Sonnenaufgang einen schönen Spaziergang mache, laufen gehe, oder die Zeit einfach nur für eine große ganz entspannte Tasse Cappuccino nutze mache ich dann vom Tag abhängig. Mal so, mal so… Wie es mir an diesem Tag persönlich gut tut.

Wie wollen denn Sie ins neue Jahr rutschen? Was nehmen Sie sich für 2017 wirklich persönlich vor, weil Sie das selbst so wollen?

Schreiben Sie sich die Punkte auf eine Liste, befestigen Sie diese an Ihrer Badezimmer-, oder auch Haustüre und hakerln  Sie in den nächsten Tagen alles ab, was Sie schon erledigt haben. Lassen Sie sich Zeit – die Liste muss nicht am Abend vom 01. Januar fertig abgearbeitet sein. Ganz im Gegenteil, je mehr Zeit Sie sich lassen, umso langfristiger werden Sie diese Vorhaben umsetzen und tatsächlich mit ins neue Jahr nehmen.

Viel Spaß dabei und alles erdenklich Gute für ein erfolgreiches und vor allen Dingen auch gesundes und glückliches Jahr 2017 wünscht Ihnen Ihre,

Dr. Sabine Schneider