Glücklicher Leben

Für sich selbst da sein, heißt auch für andere da sein können

Nur wenn es uns selbst gut geht, haben wir auch die Kraft, wirklich für andere da zu sein. Was machen wir nun aber, wenn es uns mal nicht so gut geht, die anderen aber trotzdem unsere Zuwendung und Fürsorge einfordern? Wie gehen wir damit um und wo setzen wir unsere Grenzen?

Je nachdem welche Rolle Sie in Ihrem Leben und Ihrer Umgebung eingenommen haben, setzt bei anderen oft die Erwartungshaltung voraus, für sie da zu sein. Diejenigen von Ihnen, die durch ihr sehr fürsorgliches agieren anderen immer Sicherheit und Geborgenheit geben, tun sich dann bestimmt besonders schwer einmal „nein“ zu sagen und nicht zu 100% für alle anderen da zu sein.

Das steht Ihnen aber zu! Denn jeder muss auch selbst einmal wieder Energie aufladen dürfen, um diese dann überhaupt weitergeben zu können.

Wir müssen also lernen, auch regelmäßig auf uns selbst zu schauen, um überhaupt dauerhaft für andere da sein zu können.

Wie machen Sie das denn eigentlich? Was machen Sie ganz persönlich für sich selbst? Ohne dabei an die anderen zu denken, oder gar ein schlechtes Gewissen zu haben?

Und… wann haben Sie das zuletzt gemacht? Sich Zeit nur für sich alleine und Ihre Bedürfnisse zu nehmen?

Besonders jetzt, wo wir wieder einmal feststellen, dass die besinnliche Weihnachtszeit auch heuer eher stressig als besinnlich ist, tut eine kleine Auszeit besonders gut, um dann auch wieder für die anderen da sein zu können.

Ich finde auch, dass es jetzt an der Zeit ist, heuer mal zu überlegen, welche Rituale sich in den letzten Jahren rund um Weihnachten eingebürgert haben und… ob diese in dieser Form alle auch überhaupt weiter fortgeführt werden sollen.

Eine Klientin von mir hat mir beispielsweise erzählt, seit über 20 Jahren jedes Jahr Unmengen an Keksen zu backen. Was sie selbst schon lange nicht mehr schön findet, weil ihr niemand mehr dabei hilft (früher waren ihre Kinder immer dabei). Sie wollte diese Tradition aber unbedingt beibehalten, um niemanden zu enttäuschen. Bis Sie im letzten Jahr, genau rund um die Weihnachtszeit, eine Hüft-OP hatte und deshalb keine Kekse backen konnte. Und wissen Sie was passiert ist…? Nichts… Niemand hat die Kekse vermisst. Was meine Klientin zu Beginn natürlich sehr verletzt und enttäuscht hat – dann, nach dem ersten Schock, aber eine große Entlastung war, weil sie seitdem Ihre Vorweihnachtszeit auch selbst wieder so richtig genießen kann, weil sie nicht mehr Stunden in der Küche verbringen muss.

Wir sollten also immer wieder überprüfen, welche Rituale den anderen tatsächlich noch eine so große Freude machen, wie wir uns das vorstellen. Auch ohne Hüft-OP. Und denken Sie dabei bitte auch immer an sich selbst. Was Sie für Ihre Bemühungen von anderen  zurückbekommen und was Sie sich selbst wünschen. Und sprechen Sie diese Dinge an. Denn… nur, wenn es Ihnen selbst gut geht und Sie Wertschätzung erfahren dürfen können Sie auch wirklich für andere da sein.