Glücklicher Leben

Fühle dich geborgen

Diesen wunderschönen Satz hat meine Yogalehrerin heute bei einer Entspannungsübung mit einfließen lassen. „Fühle dich geborgen“. Klingt das nicht nach einem unendlich harmonischen Wohlfühlgefühl gepaart mit der Gewissheit, dass einem in diesem Moment, im Hier und Jetzt, überhaupt nichts passieren kann. Dass man sich einfach mal fallen lassen kann und so sein darf wie man wirklich ist.

Über diesen Satz denke ich nun schon den ganzen weiteren Vormittag nach. Wie oft haben wir in unserer stressigen Zeit denn überhaupt noch die Möglichkeit uns geborgen und sicher zu fühlen?

Ich hätte um ehrlich zu sein nicht einmal in diesem einen Moment, während der Yoga-Übung, darüber nachgedacht. Bis zu diesem Satz war sogar eher der Gegenteil der Fall. Ich war im Kopf gerade dabei ein Mail auszuformulieren, welches ich gleich nach der Stunde aufsetzen und verschicken wollte.

Die Sache mit der eigenen Geborgenheit, ist mir dann immer mehr aufgefallen, gehört leider so gar nicht zu meinen persönlichen Prioritäten. Wobei ich immer darauf schaue, dass es allen anderen gut geht. Das liegt mir wirklich im Herzen. Ich bin gerne für andere da. Sehr gerne sogar. Und kümmere mich auch um alle. Nur nicht um mich selbst…

Wenn ich mir dazwischen, an den Wochenenden, dann doch auch mal ein bisschen Zeit für mich nehme fällt mir dieser Umstand dann schon hin und wieder auf. Insbesondere wenn ich in einer Zeitschrift Beiträge zu Themen wie Achtsamkeit lese. Das bringt mich dann schon zum Nachdenken. Aber wieder nur im Bezug auf alle anderen. Ob ich denen gegenüber auch wirklich achtsam genug bin.

Über was ich eigentlich nie etwas lese ist „Selbstachtsamkeit“. Wobei das, bei näherer Betrachtung, ja doch die Basis sein müsste um anderen Gegenüber überhaupt erst einmal richtig Achtsam sein zu können. Sonst verlieren wir ja nicht nur an Glaubwürdigkeit sondern auch an Energie.

Mir geht es zumindest so. Wenn ich zu lange darauf vergesse etwas für mich zu tun merke ich, dass ich ab einem bestimmten Zeitpunkt auch viel weniger Kraft habe etwas für andere zu tun. Und mir – ebenso wie den anderen gegenüber – ungeduldig werde. Und zugleich weniger achtsam. Nämlich aus dem ganz einfachen Grund, weil ich mache Gegebenheit durch meine eigene Überlastung dann gar nicht mehr wahrnehmen kann.

Deshalb möchte ich jetzt üben und auch täglich darauf achten regelmäßig für mich da zu sein. Und Rahmenbedingungen schaffen um mich ab heute mindestens einmal am Tag auch richtig schön geborgen zu fühlen. Selbst wenn es nur fünf Minuten sind die ich beispielsweise in der „Kindeshaltung“ aus dem Yoga verbringe (dabei setzt man sich langsam und behutsam zurück auf die eigenen Fersen und legt die Hände und den Oberkörper vorne am Boden ab – man rollt sich sozusagen ein und beschützt sich selbst – ein bisschen wie ein Igel). Mit einer schönen Musik im Hintergrund. Nach diesen fünf Minuten weiß ich, dass ich wieder so bei mir selbst angekommen sein werde, dass ich auch wieder die Kraft und Energie habe um für alle anderen da zu sein. Aber eben nur, wenn ich mir diese mindestens fünf Minuten jetzt auch wirklich jeden Tag nehme.