365 glückliche Tage

Es gibt nicht nur eine Art glücklich zu werden

Kennen Sie das auch, ein ganzes Leben lang hinter einem Gedanken herzulaufen von dem man irgendwann einmal gedacht hat, dass genau dieser eine Wunschgedanke das gesamte Lebensglück bedeutet.

Ich glaube, dass es vielen von uns so geht. Dass wir uns irgendwann unsere eigene Glücksfantasie basteln und diese dann absolut zielstrebig verfolgen. In guten wie in schlechten Zeiten, weil wir ja davon überzeugt sind, dass das genau der richtige, wenn nicht sogar einzige, Weg für uns ist.

Warum lassen wir aber in schlechten Zeiten nicht einfach los und schauen auch einmal nach rechts und links und vielleicht sogar auch nach oben und nicht nur, wie in schlechten Zeiten üblich, nach unten?

Meine Großmutter hat früher immer gesagt „Selten ein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen“.
Gut…. zugegebenermaßen ist das Erkennen von Nutzen in manchen Situationen schon richtig schwer. Aber trotzdem machbar.

Wer sagt denn auch, dass es nur eine Art von Glück geben darf? Wir werden alle älter und verändern uns. Warum also muss ich mit über 40 noch an den Glückvorstellungen von mit 20 nachdenken? Das ist ja bei näherer Betrachtung irgendwie auch gar nicht mehr realistisch.

Ich selbst wollte mit 20 Jahren zum Beispiel unbedingt drei Kinder, einen Golden Retriever, ein schönes Haus und eine eigene Praxis in diesem Haus – ja gut… und einen Mann.

Heute bin ich glücklich geschieden, habe gar keine eigenen Kinder (weil es sich leider nie ergeben hat), kein Haus, sondern eine nette kleine Wohnung, keine Haustiere (noch nicht einmal eine Ameise) und meine Praxis im Haus meiner Eltern.
Trotzdem passt mein Leben für mich absolut perfekt!

Ich hätte aber auch an meinen ersten Glücksgedanken festhalten können. Dann hätte ich jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach drei Kinder mit dem falschen Mann (weil der richtige einfach noch nicht da war). Oder ich würde Tag und Nacht im Internet nach einem Mann suchen und hoffen diesen schneller zu finden als meine biologische Uhr tickt.
Das würde aber im Endeffekt alles trotzdem nichts nützen, weil man Liebe ja bekanntlich nicht erzwingen kann…
Das wiederum ist der Vorteil von 40plus. Man wird erwachsen und realistisch. Und alt genug, um sich um das eigene Glück zu kümmern – auch, wenn es plötzlich auf einem ganz anderen Fundament steht als ursprünglich geplant.

Das einzig wirklich wichtige ist, das Glück zuzulassen. In welcher Form auch immer es kommen mag. Wenn es dann erst einmal da ist sollten Sie es in jedem Fall mit beiden Händen festhalten und in vollen Zügen genießen. Auch, wenn es vielleicht tatsächlich gar keine Parallelen zu Ihrer ursprünglich definierten Art von Glück aufweist. Sie müssen es nur fühlen. Dann können Sie gar nichts falsch machen.
Und das wahre Glück fühlt man immer! Sie werden es also sofort erkennen und fühlen, sobald es da ist.