Glücklicher Leben

Ein Leben für den Job…?

Aktuell bin ich mit einigen Situationen aus meinem beruflichen Umfeld konfrontiert, in denen Personen, die sich mit ihrem jeweiligen Job immer so richtig identifizieren konnten und in diesem auch dementsprechend motiviert agiert haben, trotzdem in Frage gestellt werden.
Bis hin zu permanenter Erreichbarkeit (auch an den Wochenenden und auf Urlaub), waren all diese Personen stets für die Firma da und haben insgesamt enorm unternehmerisch gehandelt. Immer und ausschließlich im Sinne des Unternehmens.

Da würde doch eigentlich jeder meinen, dass ein Betrieb durchaus froh und dankbar sein müsste solche Mitarbeiter zu haben. Ja…, aber eben nur eigentlich… Im Zuge irgendwelcher Umstrukturierungen, oder auch nur Verjüngungsmaßnahmen auf Vorstandsebene, verlieren auch solche Mitarbeiter plötzlich ihre Jobs. Einfach so, weil sie anscheinend nicht mehr ins System passen.
Das tut am Anfang natürlich weh und fühlt sich zudem unendlich ungerecht an. Was es ja auch ist. Auf der anderen Seite bleibt einem aber trotzdem gar nichts anderes über, als das Beste daraus zu machen.

Solange wir unsere Leistung bringen, müssen wir die Fehler für das eigene Scheitern – und nichts anderes ist eine Kündigung aus unserem Selbstbild heraus betrachtet – gar nicht erst suchen. Es gibt sie nämlich nicht. Bei solchen Entscheidungen wird nämlich nicht auf die Leistungsbereitschaft geschaut, die werden einfach gefällt. Und im Endeffekt bleibt jedem Einzelnen nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren und mit viel Mut als neue Chance anzusehen.

Auch, wenn man im ersten Moment den Boden unter den Füßen verliert, ist die einzige Möglichkeit wieder standfest und langfristig zudem glücklich zu werden, der Blick nach vorne.
Und wenn Sie die letzten Jahre in Ihrem Job einmal ganz in Ruhe revue passieren – war dann wirklich alles soooo schön, dass Sie es bis zu Ihrer Pensionierung hätten machen wollen?

Öfter mal spielt uns das Schicksal einen Streich und wir müssen vollkommen unerwartet mit neuen Situationen umgehen. Da gibt es dann aber in der Realität auch nur eine Lösung… Das Beste daraus machen und die Chance nutzen, all‘ die Dinge die man streng betrachtet am letzten Job nicht so geschätzt hat, endlich loszuwerden.

Meinen Patienten und Coaching-Klienten empfehle ich in diesen Situationen immer eine Liste zu schreiben mit all‘ den Dingen die Ihnen im letzten Job wirklich so richtig viel Spaß gemacht haben und eine zweite Liste mit all den Tätigkeiten und Dingen die Sie so überhaupt nicht vermissen werden. Und dann geht’s ans Eingemachte. Welche Jobs kommen basierend auf der „Must have Liste“ in Frage und wie kann man diese nun auch finden? Soll es überhaupt auch wieder eine Festanstellung sein, oder wäre sogar eine selbständige / freiberufliche Aufgabe eine lässige Option? Gibt es einen Wunschberuf den die betroffene Person schon immer erlernen wollte, es aber noch nie getan hat… Unendlich viele Fragen und unendlich viele Möglichkeiten die sich ganz plötzlich auftun. Chancen für das eigenen Leben, die sich ohne diesen Einschnitt aber vielleicht sogar niemals ergeben hätten.

Einige meiner Klienten waren bspw. weit über 15 Jahre im selben Unternehmen. In der Zwischenzeit hat sich nun natürlich auch das Privatleben geändert. Die eigenen Kinder sind in diesen Jahren erwachsen geworden und brauchen gar nicht mehr so viel Unterstützung wie früher, etc.. Man hat also, wenn man gezielt darüber nachdenkt, eine komplett neue Ausgangssituation. Ganz egal, was sich in den letzten Jahren bei Ihnen verändert hat. Ob Sie Kinder haben, oder nicht… Innerhalb von ein paar Jahren ändert sich das Leben von jedem von uns und wir suchen im Endeffekt heute andere Dinge für uns selbst und verfolgen auch andere Ziele als früher.

Sollten Sie demnach auch von solchen „Restrukturierungsmaßnahmen“ betroffen sein…
Nehmen Sie sich die Zeit so eine Liste zu schreiben – was Sie auch zukünftig unbedingt wieder an Aufgaben in Ihrem Job haben wollen und was auch nicht. Überlegen Sie an einem gemütlichen Wochenende einmal ganz in Ruhe was Sie früher eigentlich hätten werden wollen – was Sie beruflich alles hätten erreichen wollen. Bevor die Kinder auf die Welt gekommen sind, oder Sie andere private Verantwortungen übernommen haben.

Es ist nämlich nie zu spät die eigenen Ziele zu erreichen. Und wie hat schon Herbert von Karajan gesagt… „Wer alle Ziele im Leben erreicht hat, hat sie nicht hoch genug gesteckt“… In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß und Freude mit Ihrer ganz eigenen beruflichen Zukunft – welche Wege auch immer Sie dort hinführen mögen… Es ist alles immer auch für etwas gut!