Glücklicher Leben

Die Sache mit der Berufung, dem Nachdenken und dem richtigen Zeitpunkt

Seit meinem vierzigsten Geburtstag denke ich regelmäßig darüber nach, was eigentlich wirklich meine Berufung ist.
Obwohl ich meinen Job liebe. Zu achtzig Prozent. Manchmal aber auch nur zu sechzig.

Und genau das ist das Problem. Diese anderen zwanzig bis vierzig Prozent suggerieren mir nämlich seit geraumer Zeit, dass sich an diesem Zustand jetzt irgendwann ganz dringend etwas ändern muss.

Tief in mir schlummern nämlich noch einige bis dato nicht genutzte, aber extrem spannende, Potenziale. Die immer aufmüpfiger werden und mir durch ihre ewige Penetranz jetzt doch endlich mal was zu unternehmen und ihnen ihre verdiente Freiheit zu schenken, manchmal schon echt ganz schön auf die Nerven gehen können.

Die sind nämlich mindestens so hartnäckig wie ich. Was bedeutet, dass keiner von uns den anderen gewinnen lassen will.

Und dann passiert auch noch etwas wie im Moment. Durch die aktuelle Situationen und die damit verbundene „Mehrzeit“ haben diese Potenziale beschlossen nicht mehr nur zu schlummern und manchmal zu querulieren sondern sich auf Vormarsch zu begeben und mir jeden Tag kleine Botschaften zu schicken. Oder, notfalls auch mal kleine Seitenhiebe zu verpassen.

Botschaften wie „Jetzt mach endlich was…“, „Zu was glaubst du, hast du uns mitbekommen?“, „Auf was willst du noch warten mit fünfundvierzig?“, etc.

Ja… auf was will ich eigentlich wirklich noch warten?
Früher war ich da irgendwie viel mutiger. Das muss ich zugeben. Da hatte ich eine Idee, war Feuer und Flamme und habe diese höchsteuphorisch sofort umgesetzt.

Dann kam der berufliche Alltag und ich habe meine gesamte Energie für meine pflichtbewusste Arbeitserfüllung genutzt aber kein bisschen mehr für neue Ideen.
Obwohl… manchmal schon. Aber nicht mehr so konsequent wie früher. Was natürlich seine Folgen hatte. Pläne kann man nämlich nur mit Konsequenz tatsächlich umsetzen. Und Träume lassen sich nur mit 100 Prozent Einsatz realisieren und verwirklichen.

Was also tun? Ich, für meinen Teil, habe mich jetzt entschieden meiner tief verankerten Euphorie wieder Platz zu geben. Ich bin ja heilfroh, dass sie überhaupt noch da ist. Ich an ihrer Stelle hätte mir schon lange einen anderen, interessanteren, Platz zum Wohnen gesucht als bei jemanden der, immer wenn ich mich zu Wort melde, sagt „Später, ich muss zuerst noch ein Projekt fertig machen. Ich hab‘ jetzt keinen Zeit für dich“.

Also, meine liebe Euphorie, ich bin dir unendlich dankbar, dass du so viel Geduld mit mir hattest um gemeinsam mit meinen Potenzialen bei mir zu bleiben. Und nie aufzugeben. Danke!!!

Ich verspreche euch auch hoch und heilig mich zu bessern und euch fortan ganz viel Platz in meinem Leben einzuräumen und voller Neugierde und Vorfreude zu schauen, was dann alles Großartiges passieren wird. Ehrenwort!

Wenn auch Sie sich gerade eben beim Lesen gedacht haben, ebenfalls solche geduldigen „Mitbewohner“ in sich zu spüren und zu hören sollten Sie bei diesem Vorhaben jetzt unbedingt auch gleich mitmachen :o) …   

Photo by Máté Bak on Unsplash