Glücklicher Leben

Die Geschichte vom kleinen Ast und der zweiten Chance

Heute habe ich beim Spazierengehen einen kleinen Ast entdeckt, der anscheinend mal auf einen Komposthaufen geworfen wurde. Vielleicht, weil er auf den ersten Blick auch nicht wirklich schön war. Schief und auch sonst irgendwie anders….

Deshalb hatte man für ihn anscheinend keine Verwendung. Und hat ihn entsorgt.

Zu meiner großen Freude habe ich dann, beim näheren Hinschauen, aber entdeckt, dass sich dieser Ast gar nicht einfach so hat wegwerfen lassen. Ganz im Gegenteil. Er hat es sich in seinem neuen „zu Hause“ so gemütlich gemacht, dass er sich mit dem Komposthaufen verwurzelt hat und sogar schon ganz kleine erste Blüten aus ihm austrieben.

Das war für mich heute eine wunderschöne Entdeckung. Aus zwei Gründen. Erstens können wir alle daraus lernen Dinge, die unter Umständen nicht ganz unseren Vorstellungen entsprechen, nicht belanglos wegzuwerfen. Und zweitens sich davor immer zu überlegen, was denn aus diesem „Ding“ – in diesem Fall ein windschiefer Ast – eigentlich noch alles werden könnte… Wenn man ihm nur die Zeit dafür lässt. Und den richtigen Boden bietet, um sich vielleicht doch noch wundervoll entfalten zu können.

Bevor wir das nächste Mal also über etwas urteilen, oder überhaupt gleich eine endgültige Entscheidung treffen etwas nicht zu wollen, sollten wir unbedingt an den kleinen Ast denken.
Der hat sich nicht unterkriegen lassen und blüht jetzt sukzessive auf. Auch, wenn das derjenige, der ihn weggeworfen hat, wahrscheinlich nie sehen wird. Dem Ast geht es trotzdem gut. Und alle die ihn früher nicht zu schätzen wussten wissen gar nicht welches unglaublich schöne Bild ihnen dadurch verloren ging.