365 glückliche Tage

Das Leben nutzen und genießen…

Heute Morgen habe ich zu meinem ersten Café genau diese Überschrift gelesen und mir überlegt: „Nutze ich mein Leben eigentlich?“ und was bedeutet das genau?
Jeder von uns der früher in der Schule Latein gelernt hat (oder lernen musste), kennt die Aussage „Carpe diem“ spätestens seit seiner Zeit in der Unterstufe und alle anderen haben sie dann dank  Dieter Mateschitz kennen gelernt, der sogar ein Getränk so benannt hat.

Was aber bedeutet das jetzt wirklich? Mit dem Genießen habe ich selbst zum Beispiel überhaupt kein Problem. Das wurde mir im Tierkreis des Löwen geboren sozusagen in die Wiege gelegt. Sogar auf Zuckerpäckchen ist nachzulesen, dass Löwen genusssüchtig sind. In diesem Zusammenhang herrscht also definitiv kein Handlungsbedarf.

Nutze ich nun aber eigentlich den Tag, wenn ich morgens einfach mal ausschlafe und nicht laufen gehe? Oder ich am Sonntagnachmittag einen Peter Alexander Film ansehe anstatt „Die Zeit“ zu lesen, um dann am Montag bei etwaig auftretenden intellektuellen Diskussionen rund um die ganze Welt mitreden zu können?
Ich finde  „JA!“ . Wer außer mir soll denn feststellen können, wie ich meinen Tag nutze um in weiterer Folge mein ganzes Leben zu nutzen?

Mein Standpunkt ist ganz einfach der, wenn es mir gut geht und ich versuche auch andere Menschen dabei zu unterstützen, dass es Ihnen gut geht, ist das insgesamt betrachtet schon mal ein sehr großer Nutzen für alle.

Natürlich soll jeder versuchen etwas aus seinem Leben und insbesondere aus allen seinen Potenzialen zu machen. Sich damit aber nicht unter Druck setzen!

Ich kann mich noch erinnern, dass meine Eltern, wenn ich an einem schönen sonnigen Tag früher am Nachmittag einfach nur mal fernsehen wollte (um mich beispielsweise emotional vom Lateinunterricht zu erholen) immer gesagt haben: “Kind, du stiehlst dem Herrgott den Tag.“… Was in weiterer Folge dazu geführt hat, dass ich heute noch ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich tagsüber einfach mal vor dem Fernseher liege. Egal, wie fleißig ich vorher war. Trotzdem tue ich es, weil es mir gut tut. Und das ist das einzig wichtige in diesem Moment. Wir müssen lernen für uns selbst zu bestimmen, wie wir unser Leben nutzen und auch wie wir es genießen wollen. Solange wir stolz auf uns selbst, unsere Leistungen und unsere Entscheidungen sind, nutzen wir unser Leben genauso, wie wir das für uns entschieden haben. Also… „Carpe diem“ und „sit tibi“ – was keine afrikanische Volksweisheit ist, sondern ebenfalls aus dem lateinischen kommt uns so viel bedeutet wie „Sei du selbst.“