365 glückliche Tage

Das Leben leichter nehmen

Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich das Leben selbst manchmal schwieriger gestalten, als es ist? Mir gelingt das leider immer wieder. Hervorgerufen durch meine eigenen Glaubenssätze rund um meinen Perfektionismus. Furchtbar! In Wirklichkeit könnte man sich unzählige Dinge doch viel gemütlicher gestalten.
Ob der Zug Verspätung hat, oder nicht, ist beispielsweise etwas was ich nicht beeinflussen kann. Trotzdem merke ich jedes Mal wieder wie sehr es mich stresst und aus dem Gleichgewicht bringt, wenn ich dadurch fremdbestimmt meine eigenen (perfekt geplanten) Zeitpläne nicht mehr einhalten kann. Oder, wenn ich im Supermarkt warten muss, bis jemand vor mir die „32 Cent“ ganz klein zusammengesucht hat, bis ich endlich bezahlen darf.

Alles Dinge, die mich emotional wirklich irritieren und aus der Ruhe bringen können. Aber warum? Deshalb wird der Zug ja in Wirklichkeit nicht pünktlicher und die Person vor mir an der Kassa nicht schneller. Das einzige was tatsächlich schneller wird ist mein Puls, der in ausgeglichenen Situationen jedoch eher dem eines Scheintoten gleicht. Und meine Mimik bestenfalls dazu führt, schneller Falten zu bekommen. Und das alles nur, weil mich Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, extrem ärgern.

Es ist also wirklich an der Zeit hier etwas zu ändern!

Wobei das zugegebenermaßen einfacher klingt, als es tatsächlich ist. Es gibt aber dennoch kleine Tricks zur eigenen Entspannung, welche dann im Endeffekt dazu führen das Leben wieder ein bisschen leichter zu nehmen.

Ein Instrument aus der Psychologie, für welches ich mich in diesem Zusammenhang nun entschieden habe, ist ein sogenannter „Anker“. Ein Punkt, den wir an unserem Körper drücken um schöne Bilder abrufen zu können. Im wahrsten Sinne des Wortes auf Knopfdruck. In der Praxis funktioniert das ganz einfach. Sie stellen sich ein Bild, das Sie so richtig entspannt, ganz konkret vor. Zum Beispiel wie sich die Sonne in einem schönen Gebirgssee spiegelt. Und atmen dieses Bild ganz tief ein und speichern es durch drücken an eine Stelle in Ihrem Körper fest ab. Natürlich ist es hilfreich hierfür eine Stelle zu wählen, auf die Sie auch in der Öffentlichkeit jederzeit drücken können (ich habe meinen Anker bspw. beim Daumenballen gesetzt).

Diesen Anker drücke ich nun also jedes Mal, wenn ich merke, dass mein Puls beginnt zu steigen und meine Mimik langsam aber sicher immer angespannter wird. Und zu meiner eigenen Überraschung hilft das wirklich. Sofort! Ich komme notfalls zwar auch weiterhin zu spät, weil der Zug ja trotzdem Verspätung hat. Ich nehme es aber leichter und das tut unendlich gut! Das sollten Sie selbst auch unbedingt mal versuchen.