Glücklicher Leben

Das Leben ist schön!

Stimmt! Wenn man es sich selbst schön macht. In meiner Kindheit hat mich der Buchtitel „Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner“ damals ungemein fasziniert Ich weiß gar nicht mehr wo, oder bei wem, ich dieses Buch gesehen habe. Aber der Titel hat mir damals schon enorm gefallen, weil ich mit meinen knapp 12 Jahren aufgrund dessen zu dem Entschluss kam, dass das ja eigentlich wirklich stimmt.

Zum damaligen Zeitpunkt fing mein Leben gerade an etwas kompliziert zu werden. Obwohl es vorher so schön war! Aber plötzlich haben sich erste Anzeichen der Pubertät eingeschlichen, die auch einige gruselige Auswirkungen auf meine Figur hatten – es wurde plötzlich alles größer. Der Busen genauso wie der Bauchumfang, der Po und der Durchmesser meiner Oberschenkel. Es war furchtbar! Bis dahin konnte ich essen was ich wollte und plötzlich begann mein Körper so schöne Dinge wie Schokolade & Co. nachhaltig und für das äußere Erscheinungsbild zudem völlig unvorteilhaft einzulagern.

Und dann war da auch noch die Sache mit der Schule. Gegenstände wie Mathe und Latein machten mir zusätzlich zur Pubertät das Leben echt schwer. Untermauert durch die, für diese beiden Gegenstände, mit Sicherheit ungeeignetsten Lehrer die das gesamte (Schul-)Haus damals zu bieten hatte. Die beiden hätten in jedem anderen Beruf mehr brilliert, als in diesem. Es war alles in allem eine furchtbare Zeit. Ich mochte mich selbst nicht, meine Lehrer noch viel weniger und meine Eltern gingen mir (wie wahrscheinlich jedem in diesem Alter) auch auf die Nerven.

Ich begann also tagtäglich festzustellen, wie böse und ungerecht die Welt nicht sei und wie böse alle darauf lebenden Menschen – zumindest was die Menschheit in meiner unmittelbaren Umgebung betraf.

Und dann entdeckte ich dieses Buch. Respektive den Titel. Das Buch selbst habe ich bis heute nicht gelesen. Aber der Titel veränderte mein Leben.

Bis zu diesem Tag war ich davon überzeugt, wie furchtbar alle anderen nicht seinen. Und wie arm ich – inmitten all dieser anderen.

Wer aber könnte mir im Endeffekt besser helfen, als ich? Wer könnte mich denn auch besser verstehen, als ich mich selber?

Dank dieser Einstellung, und der mit mir  alleine gegründeten inneren Selbsthilfegruppe, habe ich es dann schlussendlich irgendwann geschafft den emotional fruchtbar anstrengenden Zustand der Pubertät zu verlassen (worüber meine Eltern heute noch dankbar sind), meine Proportionen wieder an mein eigentliches Erscheinungsbild anzupassen, meinen Schul- und später sogar Uniabschluss hinzubekommen und irgendwann tatsächlich erwachsen und zufrieden zu werden.

Heute kann ich sagen:“ Ja, das Leben ist schön!“

Und jedes Mal, wenn es mir jemand von außen ein bisschen schwer machen möchte, sage ich sofort zu mir selbst „Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner.“ Was kann dann noch passieren?