Glücklicher Leben

Bleib fröhlich

Diesen Rat hat mir neulich meine Frau Mama gegeben. Nachdem sie persönlich aktuell anscheinend öfter den Eindruck gewinnt, dass ich phasenweise zu wenig fröhlich bin, oder auch ganz einfach nur schlecht aufgelegt.

Eine Tatsache, die ich zugegebenermaßen nicht einmal ganz dementieren kann. Es gibt einfach Situationen im Leben in denen man irgendwie gestresster ist als sonst. Oftmals sind das Zeiten, in denen sehr vieles zusammenkommt. Meist negativ Dinge. Dann läuft man nun mal eben nicht dauergrinsend durch die Gegend und sieht nur das Positive.

Nein…, dann wird man, ich zumindest, auch manchmal ungeduldig und teilweise auch impulsiv. Nur…. warum eigentlich? In Wirklichkeit ändert dieses angespannte und situationsbedingt zugleich schon fast permanente „Unfröhlich sein“ ja nichts. Ganz im Gegenteil. Die individuellen Gedanken verstricken sich immer mehr in den eignen Negativspiralen und plötzlich vergisst man darauf, fröhlich zu sein.

Mir hat dieser Satz „Bleib fröhlich“ dann im Nachhinein wirklich zu denken gegeben. Ganz besonders, weil mir auch selbst schon aufgefallen ist, dass ich in manchen Situationen in letzter Zeit einfach tatsächlich darauf vergessen habe, fröhlich zu sein. Was enorm schade ist. Ich finde, dass jeder von uns wieder lernen sollte seinen eigenen Unmut und negative Dinge los zu lassen und nicht länger als nötig darüber nachzudenken. Es gibt Dinge, die können wir ändern, dann müssen wir das auch tun. Und es gibt Dinge, die können wir eben nicht ändern. Da bleibt dann nur Plan B… Wir müssen sie akzeptieren. Ob wir wollen, oder nicht.
Was ich nicht ändern kann, muss ich wohl oder übel in irgendeiner Form annehmen…

Das gilt für Dinge und Zustände ebenso wie für Menschen. Ich selbst bin beispielsweise oftmals von durchaus herausfordernden Menschen umgeben. Sogar, um nicht zu sagen insbesondere, in meiner eigenen Familie. Mein Vater zum Beispiel kann eine rhetorische und zugleich emotionale Herausforderung sein, deren Auswirkungen auf mein Gemüt sich auf gar keiner Skala mehr visualisieren ließen. Deshalb versuche ich es erst gar nicht.
Trotzdem ist er mein Vater, den ich liebe – manchmal mehr, manchmal weniger. Eine „Tochter-Vater-Grundliebe“ ist jedoch immer dabei. Wie ich denke (und hoffe) auf beiden Seiten. Wir bleiben uns, was das mit dem „sich gegenseitig auf die Nerven gehen“ angeht, nämlich mit Sicherheit nichts schuldig. Das ist, wie ich finde, aber auch ausgleichende Gerechtigkeit. Warum sollte nur ich mich über ihn ärgern müssen?
Nun ist mir aber meistens, auch nicht immer, bewusst (im Gegensatz zu meinem Vater, dem es befürchte ich nie bewusst ist), dass ich ihn nicht ändern kann. Eine Tatsache die mir, wenn ich daran denke, das Leben zumindest soweit erleichtert, dass ich beim Aufarbeiten so mancher Streitereien mittlerweile immerhin nachvollziehen kann, warum er so ist, wie er nun mal eben ist. Zumindest als Psychologin kann ich es nachvollziehen. Als Tochter nicht immer…

Diesem durchaus herausfordernden Verhalten habe ich in Wirklichkeit auf der anderen Seite aber auch enorm viel zu verdanken. Ich wurde dadurch immerhin Psychologin. Ein Beruf, den ich von ganzem Herzen liebe und den ich auch nie missen möchte. Ohne all die Diskussionen mit meinem Vater, die ich glaube ich schon führe seitdem ich sprechen gelernt habe, wäre ich das wahrscheinlich nie geworden. Es ist also immer alles für irgendetwas gut.

Deshalb gibt es im Endeffekt, wenn man das große Ganze betrachtet, ja auch gar keinen Grund nicht mehr fröhlich zu sein. Oftmals lässt man sich doch viel zu sehr von Kleinigkeiten irritieren anstatt einfach mit dem Status quo zufrieden zu sein. Ich für meinen Teil werde das jetzt jedenfalls wieder üben. Das verspreche ich an dieser Stelle auch meiner Frau Mama.