365 glückliche Tage

Bin ich gut genug?

Es gibt ein wunderschönes Zitat (auch wenn ich leider nicht weiß, von wem es ist) das da lautet „Nur wer sich selbst liebt, ist auch eine Freude für andere“.

Lieben wir uns aber selbst? Genauso wie wir sind? Oder haben wir an uns selbst ständig irgendetwas auszusetzen? An unserem Äußeren, unserer Figur, unseren sportlichen Aktivitäten und ganz besonders auch an unseren täglichen Leistungen. Ganz egal ob es sich hierbei um berufliche, oder private Leistungen handelt.

Ich persönlich muss leider zugeben, extrem selbstkritisch zu sein. Es ist wirklich schwer für mich, mir einzugestehen mit meiner eigenen Leistung auch mal zufrieden zu sein. Schreibe ich an neuen Unterlagen, vergleiche ich mich gerne mit Personen die aus meiner persönlichen Sicht immer extrem professionell arbeiten und überlege mir dann regelmäßig, ob meine Arbeit auch so gut ist. Koche ich, überlege ich mir, dass es bei Freundinnen von mir nicht nur schöner aussieht, sondern wahrscheinlich auch besser schmeckt. Halte ich einen Vortrag der von 100 Personen 95 gefällt, überlege ich mir, was ich beim nächsten Mal besser machen muss, damit er allen gefällt (was in Wirklichkeit gar nicht möglich ist, man kann es nämlich nie allen recht machen. Das geht gar nicht! Trotzdem bin ich, seit dem ich denken kann, wild bestrebt es doch immer wieder voller Ehrgeiz zu versuchen, es doch irgendwann mal allen recht zu machen).

Bei anderen Personen tue ich mir da viel leichter loszulassen und mir bei kleinen Leistungen schon zu überlegen, „schau, das hat er/sie jetzt aber echt gut gemacht“.

Unser Ehrgeiz und unser ewiges überlegen, ob wir gut genug sind, kann uns unser Leben schon echt schwer machen. Die große Frage ist aber doch, für wen wir es uns eigentlich so schwer machen. Im Endeffekt doch nur für unsere eigenen Ansprüche, die wir ganz alleine an uns selbst haben.

Ich finde, dass wir 2017 alle beginnen sollten, diese Erwartungshaltungen etwas los zu lassen und uns selbst wieder lieben zu lernen und insbesondere auch zu akzeptieren – auch unsere individuellen Leistungen. Wir sollten uns unbedingt auch bewusst machen, dass nichts was wir tun selbstverständlich und dadurch nichts wert ist. Ganz egal, was es ist. Jedes Tun von uns ist wertvoll!

Wenn wir das dann auch noch ausstrahlen, dass wir mit uns und unseren eigenen Leistungen zufrieden sind, dann werden es auch die anderen sein. Sollte heuer dennoch mal irgendwas schief gehen und Sie mit einer Leistung wirklich nicht zufrieden sein, dann nehmen Sie es mit Humor. Das ewige grübeln, warum etwas mal nicht geklappt hat, die Selbstverurteilung, dass die Dinge bei allen anderen immer besser funktionieren, bringen Sie nämlich keinen Schritt weiter. Ganz im Gegenteil! Außerdem stimmt es ja auch gar nicht!  Niemand ist perfekt – nur wir machen andere perfekter als uns selbst. In unserer Wahrnehmung…

Durch diese Einstellung hören Sie aber leider auf sich selbst zu lieben und dann tun sich auch alle anderen schwer(er) damit.

Stehen Sie also zu sich und zu allen Ihren Leistungen und verankern Sie in Ihrem tiefsten Inneren die Einstellung „Ja, ich bin gut genug“ und „Ja, ich bin stolz auf mich.“ Dann werden Sie auch beginnen Dinge ganz anders, nämlich viel optimistischer, anzupacken.
Und dann macht auch die Umsetzung richtig viel Spaß!