Monate: August 2018

Also ich würde das ja anders machen…

Kennen Sie das auch? Von außen ständig irgendwelche „gut gemeinten“ Tipps und Ratschläge zu bekommen. Was man nicht wie noch besser, oder auch einfach nur anders machen könnte? Ich hasse das! Mit 43 Jahren bin ich nämlich davon überzeugt selbst zu wissen, was man wie macht – und wie auch nicht. Sollte ich also nicht aktiv nachfragen reicht meine Lebenserfahrung durchaus aus die Dinge alleine zu bewerkstelligen. Und sollte meine Lebenserfahrung einmal nicht ausreichen – wir lernen ja bekanntlich alle ein Leben lang immer wieder dazu – traue ich mir selbst auch durchaus zu aktiv nachzufragen und um Hilfe zu bitten. Irgendwelche Inputs von sämtlichen „Gscheidhaferln“ aus meiner direkten und indirekten Umgebung machen mir persönlich mein Leben also definitiv nicht leichter. Ganz im Gegenteil! Das Schlimme ist, dass diese Besserwisserei in unserer Zeit aber immer mehr zunimmt. Furchtbar! Oftmals habe ich sogar den Eindruck, dass genau die Menschen, die selbst weder wahnsinnig lösungsorientiert noch überdurchschnittlich erfolgreich sind, eine absolute Schwäche dafür haben anderen Personen zu erklären wie sie ihr Leben noch besser… leben könnten. Ich …

Du demotivierst mich!

Diesen Satz hat gestern jemand neben mir zu einem Freund, oder Kollegen, gesagt. Super! Ich musste wirklich herzlich lachen – ohne, dass die beiden es gesehen haben, weil sie es in dieser Situation gerade beide nicht lustig gefunden hätten zu meiner persönlichen Erheiterung beizutragen. Mich hat dieser Satz aber durchaus fasziniert. Ob seiner absoluten, situationsbedingten, Ehrlichkeit. Wie oft fühlt man sich durch das Verhalten, oder durch Aussagen, von Anderen demotiviert. Aber… wie selten spricht man das dann tatsächlich an? Wir ziehen uns in unangenehmen Situationen alle oft zurück, sind beleidigt, weichen dem / der Anderen aus, oder bezeichnen sie einfach als Energievampire, weil sie uns emotional eben nicht gut tun. All diese Verhaltensweisen werden dem jeweiligen Gegenüber jedoch niemals wirklich signalisieren, dass wir uns nun mal eben demotiviert fühlen. Wobei diese Aussage auch „nur“ die Einleitung sein und definitiv noch eine Erklärung, respektive einen Wunsch, beinhalten sollte. Es ist, wie ich finde, toll jemanden zu sagen, dass er / sie uns nun mal eben nicht motiviert, sondern ganz im Gegenteil – uns runter zieht. Das …

Das muss man einfach lieb haben…

Kürzlich habe ich mich mit einem sehr lieben Freund getroffen der seit vielen Jahren zehn Monate pro Jahr in Indien lebt und neben seinem eigenen Guru, den er mittlerweile schon hat, auch ansonsten sehr viel von der dortigen entspannten „Yogi-Lebenseinstellung“ angenommen hat. Im Laufe des Gesprächs sind wir dann auf die verschiedensten Themen gekommen. Hervorgerufen durch die Tatsache, dass mein Bekannter ebenfalls Psychologe ist, hat er mir dann auch irgendwann erzählt, dass er sich in den letzten Jahren beruflich darauf spezialisiert hat mit älteren Menschen zu arbeiten und als Coach zu begleiten. Und, dass sein wichtigster Rat in der Arbeit mit älteren Menschen der ist, alle Herausforderungen im Leben „lieb zu haben“. Eine Weisheit die er selbst in Indien gelernt hat. Alles, was einem passiert, einfach lieb zu haben. Seien das Banalitäten wie Falten, oder Gewichtszunahmen. Bis hin zu viel den verschiedensten Wehwehchen, oder auch oftmals zu viel Zeit, durch die Tatsache beruflich nicht mehr so gebraucht zu werden. Auch die Eigenheiten der eigenen Lebenspartner die man im Alter immer mehr kennen lernt, weil man …

Mein Essverhalten – 80% voller Genuss, 20% Obacht geben

Früher, als ich noch 25kg mehr hatte und mir ganz fest vorgenommen habe abzunehmen, beschäftigte ich mich tagtäglich mit Themen wie „Darf ich das essen…., wie viele Kalorien hat dieses und jenes…, wenn ich das jetzt esse, muss ich morgen unbedingt wieder aufpassen…“ etc.. Essen hat in meinem Leben eine enorm dominante Rolle gespielt. Jedoch leider keine schöne. Und das obwohl ich ein Vollblut-Genussmensch bin – ich hätte damals beinahe verlernt mein Essen zu genießen. Bis ich festgestellt habe, dass es überhaupt nicht daran liegt ständig darauf zu achten wieviel man isst, sondern einfach nur was man isst. Und nicht mehr weiter an irgendwelche Mythen zu glauben wie beispielsweise, dass Light-Produkte tatsächlich besser wären für die Figur, Käse Unmengen an Kalorien hat, Nüsse fett sind, man beim Kochen Olivenöl sparen soll und Vollmilch vergleichbar sei mit einen vollen Mahlzeit. Ich glaube an all‘ diese Mythen jedenfalls nicht mehr und habe mit meinem neu erlernten Essverhalten nicht nur abgenommen, sondern halte das Gewicht nun auch schon seit vielen Jahren vollkommen unkompliziert. Wobei unkompliziert hier das falsche …

Neues ausprobieren

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal in einem Beitrag von meinen ersten Reiterlebnissen berichtet. Ja… ich habe mit 42 Jahren noch zu reiten begonnen. Aus zweierlei Gründen. Auf der einen Seite habe ich mir ganz fest vorgenommen mich meinen eigenen Ängsten zu stellen und auf der anderen Seite wollte ich unbedingt einen Teil meiner Kindheit nachholen. Nämlich den Teil, der mir vor lauter Pflichtbewusstsein viel zu früh abhanden gekommen war. Ehrlicherweise ist jede Reitstunde für mich bis heute immer wieder eine emotionale Herausfoderung – weil ich, im Gegensatz zu jeder anderen Sportart die ich ausübe, auf einem Lebewesen sitze. Ein Lebewesen, das auf jede meiner Bewegungen reagiert, atmet, schnaubt, hustet und auch erschrecken kann. Und ich in all diesen Situationen auf dem Rücken sitze… Es gibt zwar mittlerweile Momente in denen sogar ich mir vorstellen kann, dass das ganze Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt. Es gibt aber auch Momente in denen ich mir nur denke… wenn ich ganz nett zu dir bin, dann sei du es BITTE auch zu mir… …

Weniger ist mehr…

Kennen Sie das auch, niemals wirklich zufrieden mit sich zu sein? Haben wir beispielsweise eine Präsentation erfolgreich gemeistert überlegen wir uns im Nachhinein trotzdem was wir beim Präsentieren noch hätten anders machen können. Haben wir 5kg abgenommen überlegen wir uns noch weitere 5kg abnehmen zu „müssen“. Werden wir gelobt, überlegen wir uns ob wir dieses Lob auch tatsächlich verdient haben. Ein Teufelskreis… den jeder Perfektionist nur zu gut kennen wird. Gut ist noch lange nicht gut genug. Es könnte doch alles immer auch noch auch ein bisschen besser gehen. Aber warum? Warum kann man die Dinge nicht einfach mal los und so sein lassen wie sie sind? Was soll passieren? 100%, statt 120%… Schrecklich diese Vorstellung! Wobei wir sogar mit 80% perfekt wären. Wir müssen nur lernen uns das einzugestehen. Versuchen Sie doch mal die Dinge absichtlich etwas unperfekter zu gestalten. Einfach so… nur um auszuprobieren, wie viel Spaß „Un-Perfektionismus“ doch machen kann. Ich versuche das jetzt schon seit einiger Zeit – ganz genau seitdem Zeitpunkt als ich, beim Verlassen meiner Wohnung, begonnen habe zu …