Monate: Juli 2017

Ab wann spricht man eigentlich von Untreue?

In meiner Praxis werde ich immer wieder mit dieser Frage konfrontiert. Paare lernen sich kennen, verlieben sich, heiraten, gründen meistens eine gemeinsame Familie und bauen dann auch noch ein Haus zusammen. Der ganz klassische Weg, wie ihn ein Großteil der Menschen geht. Oftmals ist es dann aber so, dass uns unser eigenes System, respektive unsere eigene Entwicklung, einholt und wir uns verändern. Was in sehr vielen Fällen dann dazu führt, dass wir plötzlich jemanden kennen lernen, mit dem wir uns in der aktuellen Lebensphase viel besser verstehen würden. Wir lachen über dieselben Dinge, es gibt keinen Alltag, keine Gespräche über Probleme, keine negativen Außeneinflüsse. Man fühlt sich ein bisschen wie frisch verliebt. Was auch gut so ist und unsere Psyche enorm beflügelt. Wie weit darf man in so einer Situation dann aber gehen? Wo sind die Grenzen und ab wann verhält man sich dann dem eigenen Partner gegenüber untreu? Jeder von uns , zumindest alle die schon ein bisschen mehr Lebenserfahrung haben und nicht das erste Mal frisch verliebt sind, weiß, dass der Alltag in …

Be yourself

So lautet aktuell eine der Überschriften einer internationalen Frauenzeitschrift. „Be yourself“… klingt irgendwie einfach und durchaus authentisch, aber wer von uns ist eigentlich wirklich er / sie selbst. Vollkommen ohne Kompromisse. Mich persönlich hat diese Überschrift ehrlicherweise zum Nachdenken gebracht, weil ich selbst schon auch sehr oft versuche den Anforderungen von außen zu entsprechen. In mir hätte ich beispielsweise ein durchaus ausgeprägtes und zudem äußerst übermütiges inneres Kind, welches von seinem Naturell her bei weitem nicht so ehrgeizig und strebsam wäre wie mein erwachsenes inneres Ich. Mein inneres Kind findet es zum Beispiel überhaupt nicht wichtig, jeden Tag in der Früh ganz brav gleich einmal für mindestens zehn Minuten Gymnastik zu machen, um etwas für die L3 zu tun und zugleich im besten Fall auch für die Figur. Außerdem wäre die kleine Sabine auch durchaus glücklich, wenn sie sich öfter mal so richtig schön ungesund ernähren dürfte. Mit Pizza, Chips & Co.. Was die große Sabine aber stets aus Vernunftgründen untersagt – bis auf ein paar Ausnahmen, da gewinnt dann schon die kleine Sabine 🙂 …

Loslassen…

Kennen Sie vielleicht auch das Buch „Ich könnte alles erreichen, wenn ich nur wüsste, was ich wollte“? Diesen Titel finde ich einfach toll. Weil er so enorm viel aussagt. Wissen wir denn immer was wir wollen? Also ich persönlich, wenn ich ganz ehrlich bin, weiß es nicht immer. Ich bin ein extrem ehrgeiziger Mensch, der sehr wohl glaubt immer alles im Leben, insbesondre im Berufsleben, zu mindestens 100% erreichen zu müssen. Was mittlerweile zu einer permanenten Erreichbarkeit und Omnipräsenz geführt hat und es mir, bis vor kurzem, selbst auch nicht zu denken gab auch alle Samstage und Sonntage mit meinem Laptop zu verbringen – wir gehen vormittags gemeinsam auf einen Café und nachmittags liegen wir gemeinsam am See, oder auf der Coach – je nach Wetter. Und wenn ich dann irgendwann den Laptop zuklappe, klappe ich ein Fachbuch auf. War das jetzt aber alles? Mein bester Freund sagte letzten Samstag ganz trocken zu mir, dass ich bei meinem Arbeitspensum schon mindestens eine AG sein müsste. Das hat mir dann schon zu denken gegeben – natürlich …

Meine Glaubenssätze….

… sind aller Wahrscheinlichkeit nach meine treuesten Weggefährten. Vom Einschlafen bis zum Aufstehen sind sie immer dabei. Ob ich das will, oder nicht. Bei meinem inneren Kritiker glaube ich sogar, dass er auch während ich schlafe aktiv ist und aufpasst, dass ich alles richtig mache. Ich habe sozusagen einen 24h-Überwacher in mir. Beim Einschlafen checken wir noch einmal kurz gemeinsam, ob auch wirklich alles erledigt wurde, was ich mir für diesen Tag vorgenommen hatte und dann müssen wir unbedingt noch beleuchten ob für den nächsten Tag eh auch schon alles richtig geplant und vorbereitet ist. Obwohl ich selbst bei solchen Dingen viel entspannter wäre, ist dieser innere Kritiker ständig dabei. In der Früh vor dem Spiegel sucht (und findet) er Falten, in der Jeans sucht (und findet er auch) ein paar Fettpölsterchen zu viel und bei meiner Arbeit schickt er immer wieder mal Gedanken wie, „Schau‘ lieber noch einmal drüber, du weißt ja, dass du durch deine Hudelei fehleranfällig bist. Mein Leben wäre ohne diesen Kritiker, oder nennen wir es mir selbst gegenüber durchaus ausgeprägten …

Wann darf ich mit mir zufrieden sein?

Vielleicht kennen Sie das auch, das Gefühl von immer „mehr wollen“. Mehr Leistung bringen wollen, beruflich noch erfolgreicher sein wollen, permanent erreichbar zu sein und immer zu glauben, da muss doch noch mehr gehen. Im Job ebenso wie privat. Viele meiner Klienten und Patienten sind mittlerweile so gut wie 24/7 erreichbar. Ganz egal ob sie auf Urlaub sind, mit der Familie beim Grillen, oder mit Freunden beim Sport. Der regelmäßige Blick auf’s Handy bleibt nicht aus. Aber warum? Was passiert denn, wenn wir einfach einmal nicht erreichbar sind? Bleibt die Welt dann stehen, geht unser Arbeitgeber in Konkurs, übernimmt Brain (von Pinky and Brain) dann endgültig die Weltherrschaft, oder passiert im Endeffekt einfach nichts? Natürlich hat jeder von uns Verpflichtungen, denen wir auch nachkommen müssen. Das steht außer jeder Frage. Aber 24 Stunden täglich? Wie lange soll das gut gehen? So geben wir uns selbst ja überhaupt keine Möglichkeit mehr abzuschalten und neue Energie zu tanken. Die wir aber brauchen, um auch leistungsstark und lösungsorientiert zu bleiben. Es gibt Tage an denen fühlt man sich …