Monate: August 2016

Blattsalat mit Sommertrüffeln & Stäbchen…

Diese Bestellung hat eine Dame vom Nebentisch gestern Abend in einem sehr schönen Wiener Restaurant neben mir aufgegeben. Am Anfang war ich mir ehrlicherweise nicht ganz sicher ob das jetzt nicht ein Scherz sei. Sie hat das Ganze dann aber tatsächlich genau in dieser Form serviert bekommen. Abgesehen davon, dass mir die armen Sommertrüffeln wirklich leid taten, ihr Ende auf einem mit Essig und Öl marinierten Salat finden zu müssen und zudem auch noch mit Stäbchen verzerrt zu werden, hat es mir dann doch imponiert, eine solche Bestellung aufzugeben. Ich selbst gebe auch leidenschaftlich gerne Sonderwünsche zum Besten. Aber auf sehr einfachen Ebenen wie: „Darf ich statt dem Reis bitte Gemüse haben.“… Für den Koch zwar lästig, aber prinzipiell umsetzbar. Ich habe gestern aber dazugelernt, dass ich dabei gar nicht immer ein schlechtes Gewissen haben muss. Die Dame neben mir hat ihre Bestellung aufgegeben, ohne mit der Wimper zu zucken. Das hat mich dazu bewogen, am Abend dann noch genauer darüber nachzudenken, warum manche (oder die meisten) Menschen ein schlechtes Gewissen haben, Sonderstellungen aufzugeben und …

„Das packen Sie schon…!“

Wer kennt das nicht…? Das flaue Gefühl vor manchen Herausforderungen die das Leben für uns vorgesehen hat. Das kann ein Zahnarztbesuch sein, ein Bewerbungsgespräch, ein Referat vor Kollegen, ein Umzug, der erste Urlaub alleine nach einer Trennung, etc.. Unzählige Herausforderungen begleiten  uns ein Leben lang. Und das ist gut so – weil wir dann irgendwann wahrnehmen und uns bewusst wird, dass wir alles schaffen können. Denken Sie doch nur einmal an Ihre erste Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Darüber hört man im Vorfeld unzählige Schauermärchen, was dazu führt, dass die Nacht davor zum Albtraum wird, weil man Angst hat, sich so etwas überhaupt (freiwillig) aussetzen zu müssen. Und dann liegt man auf diesem unbequemen Stuhl, unter einem Licht das sogar den hartgesottensten Patienten nicht gerade in Wohlfühlstimmung bringt und rechnet mit dem Schlimmsten. Und was passiert? Nichts! Bei einem guten Zahnarzt reduziert sich der Schmerz hier nämlich zum Glück maximal auf den Einstich der Spritze zur Lokalanästhesie. Ich kenne sogar jemanden, der wirklich Angst hat, vor Zahnarztbesuchen und bei seiner ersten Wurzelbehandlung dann doch tatsächlich eingeschlafen ist. …

Man kommt nur vorwärts, wenn man was zurück lässt…

Loslassen… Eine der schwersten Übungen, mit der wir regelmäßig konfrontiert werden. Es gibt schon unzählige Ratgeber zu diesem Thema, trotzdem fällt es uns allen so extrem schwer. Manchmal bleibt uns aber auch gar nichts anderes übrig als es dann wirklich zu tun, weil wir uns sonst nur selbst im Weg stehen. Erinnerungen sind das Salz in der Suppe unseres Lebens. Die positiven, ebenso wie die negativen (aus denen wir im Endeffekt aber auch immer etwas gelernt haben). Was passiert nämlich, wenn wir nicht loslassen? Wir können uns nicht verändern. Wir bleiben stehen! Bei manchen Dingen fällt es uns interessanter Weise aber überhaupt nicht schwer loszulassen – einen alten Job, den wir gegen einen besseren tauschen, eine kleine Wohnung, die wir gegen eine größere tauschen, etc.. Dingen die wir gegen etwas Größeres, Schöneres eintauschen, trauern wir nicht nach. Es sei denn, wir verbinden sehr emotionale Erinnerungen damit. Jeder von Ihnen wird sich noch daran erinnern, wie toll das Gefühl war vom früheren Kinderzimmer in die erste eigene Wohnung zu ziehen. Trotzdem ist wahrscheinlich jeder von uns …

Ich darf auch einmal „Nein“ sagen…

Mal ganz ehrlich… Wann haben Sie das letzte Mal wirklich „Nein“ gesagt, wenn Sie mit etwas nicht einverstanden waren?   Können Sie sich überhaupt noch daran erinnern 🙂 …? Oder haben Sie sich doch zu etwas überreden lassen, oder sich vielleicht sogar selbst überredet, etwas zu tun, was Sie prinzipiell eigentlich* gar nicht tun wollten… Wie schätzen Sie Ihr ganz persönliches „Ich kann auch „Nein“ sagen“-Potenzial denn persönlich ein? Auf einer Skala von 1 – 10? Und… was müssten Sie nun selbst tun, um auf dieser Skala weiter rauf zu kommen – in Richtung „10“…? Beschreiben Sie doch bitte einmal die von Ihnen eingangs bereits kurz beschriebene „Wann habe ich zuletzt wirklich nein gesagt Situation“ etwas genauer. Was ist damals genau passiert/was hat der/die andere genau gesagt, um Sie doch zu überreden nicht nein zu sagen.   Wenn sich dieselbe Situation jetzt nochmals wiederholen würde… Und Ihr ganz persönliches Vorhaben das ist, diesmal wirklich NEIN zu sagen… Wie würde sich der Gesprächsverlauf dann konkret gestalten?   Welche Situation haben Sie denn in der nächsten Zeit …

Ich und glücklich…?

Wenn uns jemand fragt, ob wir glücklich sind, sagen wir oftmals ganz spontan „Eigentlich ja“… Warum schränken wir unser eigens Glückgefühl aber so oft ein? Was bedeutet „Glück“ denn für jeden von uns? Glück ist doch zum Beispiel die schöne Aussicht auf einem Berg, den man zuerst mit den eigenen Kräften bestiegen hat, oder gutes Essen, das uns ein lieber, nahestehender Mensch (oder auch einfach „nur“ der Italiener ums Eck) zubereitet hat. Ein herzhaftes Kinderlachen, die beste Freundin die einen umarmt, weil man für sie da war… Glück hat im Endeffekt nichts mit materiellen Dingen zu tun. Ganz im Gegenteil! Ich denke, dass wir erst dann richtig glücklich werden können, wenn wir auch wieder lernen die kleinen Dinge zu schätzen und zu genießen. Oftmals läuft man ein ganzes Leben lang hinter dem Glück nach. Man will immer mehr. Eine größere Wohnung, ein schnelleres Auto, ein schöneres Büro, eine höhere Hierarchiestufe im Job, etc.. Nur ganz ehrlich…. Wenn ich die Begabung verliere einen Teller Spaghetti so zu genießen, dass er mich richtig glücklich macht (notfalls) auch …

Immer unter Strom?

Kennen Sie das auch? Man wacht in der Früh auf, steht auf und schon funktioniert man. Wie ein kleiner Duracell-Hase den man aufrecht hinstellt und schon geht es los. Er läuft und läuft und läuft. Selbst, wenn er einmal wo ansteht versucht er immer weiter zu laufen. Darauf ist er konditioniert. Und ehrlicherweise sehe ich hier immer öfter parallelen zu mir selbst. Ich habe mich bspw. darauf konditioniert den Tag schon einmal (hochmotiviert) mit Gymnastikübungen für die Lendenwirbelsäule zu beginnen. Das mache ich jeden Tag. Ganz egal, ob ich Lust darauf habe, oder nicht. Dafür stelle ich mir extra meinen Wecker etwas früher. Andere Menschen hätten sich selbst gegenüber vielleicht die Flexibilität, die Übungen manchmal auf den Abend zu verschieben, wenn es sich in der Früh mal einfach nicht ausgeht. Ich nicht! Wenn es um das Thema „Pflichtbewusstsein“ geht, habe ich nämlich mindestens zweimal „hier“ gerufen. Ganz laut, dass mich auch wirklich alle hören. So geht das dann den ganzen Tag weiter. Ich versuche meine Mails immer ganz zeitnah zu beantworten, am Telefon immer erreichbar …

Ich muss gar nichts…

In letzter Zeit passiert es mir immer öfter, dass ich mich in manchen Situationen dabei ertappe zu mir selbst zu sagen: „Ich muss gar nichts“…. In Situationen in denen meine Glaubenssätze früher noch gewonnen hätten und mein Pflichtbewusstsein Protest-Saltos geschlagen hätte, wenn ich etwas eben mal nicht mache. Bin ich jetzt alt genug um zu wissen, dass man es den anderen gar nicht immer recht machen muss? Ja, ich denke schon! Und das ist wunderschön und gut so! Das älter werden hat nämlich durchaus auch seine Vorteile. Wir werden immer selbstbewusster und lernen im besten Fall auch immer mehr zu uns selbst zu stehen und zu unseren eigenen Entscheidungen. Klar, ein paar Verpflichtungen hat man immer, egal wie alt und selbstbewusst man ist. Aber man darf irgendwann auch ein paar Glaubenssätze loslassen und zu sich selbst stehen. Und… man darf auch mal „nein“ sagen. Es kommt nur immer darauf an, wie man „nein“ sagt. Wenn unser Gegenüber versteht warum wir etwas nicht machen, oder nicht machen wollen, dann kann es auch damit umgehen. Viel schlimmer …

Die Sache mit der Wertschätzung

Was bedeutet dieses mittlerweile doch sehr moderne Wort „Wertschätzung“  eigentlich? Dass ich es wert bin geschätzt zu werden? Dass ich schätze, dass andere es auch wert sind (wirklich alle…?)? Wertschätzung ist ein großes und in der Psychologie enorm wichtiges Wort. Es widerspiegelt wie wir mit anderen umgehen – und auch wie wir mit uns selbst umgehen. Wie wir auf andere Menschen zugehen, Ihnen gegenübertreten, sagen was wir denken und auch was wir uns von Ihnen wünschen und erwarten. Schon in unserer Kindheit haben wir den Satz gelernt „Wie man in den Wald hineinruft, so hallt es auch zurück.“ Auch das ist eine Form von Wertschätzung. Wenn ich „falsch“, also beispielsweise unfreundlich, oder zu dominant hineinrufe, wird es wahrscheinlich auch so zurückhallen. Oder, im Sinne eines hierarchisch ungleichen Verhältnisses, vielleicht nicht gleich ganz offensichtlich. Die Gedanken dieser Person in unsere Richtung werden aber trotzdem nicht sehr wertschätzend sein. Was aber bedeutet Wertschätzung nun für Sie persönlich? Ich habe diese Frage in meiner Praxis schon oft gestellt und immer wieder überraschend unterschiedliche Meinungen dazu gehört. Was natürlich …

Ich, ich, ich – wenn andere immer nur von sich reden

Kennen Sie das auch….? Sie treffen sich ganz gemütlich mit einer Freundin und wollen Ihr einfach nur mal das Herz ausschütten und von der Kollegin erzählen, über die Sie sich geärgert haben, einen Rat, wie Sie Ihrem Chef liebevoll beibringen, dass Sie mit manchen Dingen im Büro nicht so ganz glücklich sind, oder einen Tipp, was Ihre Beziehung angeht. Ganz egal was…. Sie wollen jemanden zum Reden! Jetzt sitzen Sie mit Ihrer Freundin beisammen müssen aber feststellen, dass die Einzige, die ständig redet, sie ist. Sie erzählt in blumigsten Ausführungen, wie toll sie ihren Chef im Griff hat, dass sie demnächst befördert wird, damit rechnet bald einen Heiratsantrag zu bekommen (weil… was kann einem Mann denn besseres passieren als sie, also liegt es ja wohl nahe, dass sie jetzt auch geheiratet wird), etc.. Ihre Freundin stellt sich das ganze Treffen über selbst als unverletzbare Heldin dar, der sie auch noch dankbar sein müssen, dass Sie überhaupt an Ihrem Erfolg und ihrer Heldinnen-Ausstrahlung teilhaben dürfen. Haben Sie das nötig? Nein! Es tut bestimmt jedem von uns …

… auf meine persönliche Art sportlich sein…

Mal ganz ehrlich… Sind Sie jemand der wirklich regelmäßig Sport betreibt und das vielleicht auch sogar noch freiwillig? Oder gehören Sie zu den Menschen die es sich regelmäßig vornehmen, dann hochmotiviert auch noch das nötige Equipment kaufen und die unter Umständen nötigen Mitgliedschaften abschließen – sehr beliebt sind hier übrigens die 2-Jahres-Verträge, weil man hier meistens irgendwelchen Angeboten gefangen wird, die zufälligerweise stets nur noch ganz wenige Tage aktuell sind, deshalb empfiehlt es sich natürlich auch immer gleich zu unterschreiben… – und im Endeffekt haben Sie dann ein spitzenmäßiges, hochprofessionelles Equipment, eine 2-Jahresmitgliedschaft (im besten Fall mit einem Gratis-Monat) und, auf was es zumindest bei mir persönlich letztendlich hinausläuft, einen Ehrenstatus im Fitnesscenter. Um diesen Ehrenstatus auch zu erlangen, müssen Sie sich nur wie folgt verhalten: Pünktliches bezahlen der Monatsgebühr, seltenes Erscheinen Vorort – um so die Geräte für die anderen Mitglieder frei zu halten (insbesondere für die mit Zahlungsschwierigkeiten, um so den betriebswirtschaftlichen Aspekt des Fitnesscenters gerecht zu werden) und möglichst auf die Kündigungsfrist zu vergessen und so den Vertrag automatisch um mindestens 12 …